1154 Tage Costa Rica Zentralamerika

Wir verlassen die Karibik…

>> Alajuela, Costa Rica
Es ist ein Weilchen her, seit dem letzten Blogeintrag, sodass ich ein bisschen ausholen muss.
Nachdem wir endlich wussten, wohin es uns verschlagen soll, verliessen wir die Karibikküste. Bananenplantagen, wurden von Ananasfeldern abgelöst, vorbei an Palmen und Meer. Die ruckeligen Busfahrten machen eigentlich immer Spass, obwohl wir mit unseren langen Beinen meist recht eingequetscht reisen. Unser Ziel war der Norden. Nach intensiver Konsultation unseres Reiseführers und Diskussionen mit anderen Reisenden, schien der Norden das zu bieten, was wir suchten.

Die erste Etappe war Alajuela, denn eine knapp fünfstündige Fahrt war genug fürs Erste. Alajuela befindet sich etwa eine halbe Stunde nördlich von San José. Somit mussten wir in der Hauptstadt umsteigen. Was für ein Chaos, diese Stadt! Nach Cahuita war dies ein Schock für uns. Eine Grossstadt, tausende von Menschen und fragwürdige Taxifahrer. 😉

Der Bus hat nicht einmal angehalten, schrien diese schon von draussen in den Bus rein, ob man ein Taxi bräuchte.
Wir nahmen uns Zeit und checkten erst einmal die Lage ab. Nur nichts überstürzen. Um nach Alajuela zu kommen mussten wir die Stadt durchqueren, da diese über mehrere Busterminals verfügt. Wir entschieden uns doch für ein Taxi, welches uns für ein paar Colones querdurch fahren würde. Unser Taxifahrer witterte das Geschäft und schlug uns vor, direkt nach Alajuela zu fahren. Nein! Aber um nach Alajuela zu kommen sei schon ein bisschen schwierig, denn es gebe zwei Busterminals. (Wussten wir, einen für den Flughafen, einen in die Stadt) Er soll uns doch einfach zu unserer gewünschten Bushaltestelle fahren. Er fand dann, es sei dort aber sehr gefährlich, es gebe dort Nicaraguaner, welche einem den Rucksack aufschlitzen würden…

Wir blieben stark, liessen uns nicht beirren, denn wir hatten die Infos von einer netten Dame bekommen und wollten dort ja auch nicht spazieren gehen.
Schlussendlich erreichten wir das gewünschte Ziel, nirgends sahen wir düstere Gestalten, nur einen simplen Busbahnhof, wo auch tatsächlich Busse nach Alajuela fuhren. Wie schön!
Wir haben gehört, dass gewisse Ticos, den Nicaraguanern gegenüber ziemlich negativ eingestellt seien… Wahrscheinlich war unser Taxifahrer so einer, schade!

Alajuela selber entsprach gar nicht unseren Vorstellungen. Wir dachten es sei kleiner. Aber im Prinzip war es ein kleines San José. Sozusagen die Agglomeration. Wir blieben trotzdem für zwei Übernachtungen, denn wir wollten am nächsten Tag den Volcán Poás besichtigen.

Unser Übernachtungsquartier, das «Cortez Azul» war dafür umso gemütlicher. Ein sehr sympathischer Mann betreibt dieses kleine Hostel mit einer herzigen Küche zum Mitbenutzen, welche im Garten stand. Und dass Ihr Euch wieder ein Bild von ihm machen könnt: Er glich diesmal D’Artagnan von den drei Musketieren 😉

Am Morgen des nächsten Tages schnappten wir uns den einzigen Bus, welcher Richtung Vulkan fuhr. Wir freuten uns schon und waren richtig froh, dies ohne Tour geschafft zu haben. Die Fahrt ging relativ lange, denn die Strasse windete sich in engen S-Kurven steil den Berg hinauf. Kaffeeplantagen verzierten die recht schöne Umgebung.
Dann kam das witzigste der ganzen Fahrt. Keine 10 km vor dem Eingang zum Park hielt der Bus an einem kleinen Berglädeli, mit extra grossem Busparkplatz daneben. Der Chauffeur sagte, wir müssten nun alle aussteigen, er halte hier 15 Minuten. 😉 Man stelle sich vor, wenn bei uns ein normaler Linienbus, der 67er zum Beispiel, einfach für 15 Minuten am Goldbrunnenplatz halten würde, damit alle zum Kiosk gehen könnten um sich zu verpflegen. Eine sehr lustige Sache. Auf der grossen Werbetafel, die über dem Dach des Ladens emporragte stand in grossen Lettern: «Danke, dass Sie uns bevorzugen»…, ja hatten wir denn eine Wahl? 😉

Endlich im Park, konnten wir bis zum ersehnten Krater laufen. Was für eine Enttäuschung, es war alles voller Nebel, wir sahen Null und Nichts! Wir konnten es nicht glauben!
So spazierten wir den einzigen Weg entlang, den es noch im Park gab und wussten schon gar nicht mehr was tun, denn der Bus fuhr erst um 14.30 wieder zurück…
Aber irgendwann hatten wir Glück, die Nebelschwaden verschwanden für einen Moment und so konnten wir einen Blick auf den Krater erhaschen. Der Kratersee ist, bei ganz schönem Wetter, türkisblau. Der Volcán Poás ist ein aktiver Vulkan, man sah auf der Seite zwei gelbe Schwefellöcher rauchen, es roch ganz schwach nach verfaulten Eiern. Der See selber ist 300 Meter tief, das Wasser ist 40°C warm und er hat einen Durchmesser von 1300 Metern. So zur Information 😉

Zurück im Hostel, wussten wir schon wieder nicht wohin wir fahren wollten ;-). Gut, die Richtung war Norden und es sollte unbedingt ein kleinerer Ort sein! Wir konnten uns nicht entscheiden, ob es San Ramón oder Zarcero sein sollte. Am nächsten Tag an der Bushaltestelle liessen wir einfach das Schicksal entscheiden, und nahmen den Bus, der als erstes eintraf…

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