1154 Tage Argentinien Südamerika

Wie geht’s weiter?

>> Mendoza, Argentinien

Wir brauchen etwas Sonne und Ruhe, also entschliessen wir Santiago zu verlassen und in die Weinregion Argentiniens zu Fahren: Mendoza. Die Umgebung Mendozas ist sehr trocken und wüstenartig, irgendwie schwer vorstellbar, dass hier Wein angebaut wird. In der Stadt selber fallen einem als erstes die vielen Bäume auf. Beinahe jede Strasse ist Alleeartig mit Bäumen bepflanzt – zum Glück, denn sonst wäre ein gemütliches spazieren hier unmöglich, es herrscht fast unerträgliche Hitze. Vorallem sind wie Temperaturen über 30 Grad nicht mehr gewohnt.

Wir entschliessen uns einen Monat hier zu bleiben. Einfach um wieder einmal länger an einem Ort zu sein und uns zu erholen.

Aber eine Unterkunft zu finden, die für einen Monat erschwinglich wäre, wird schwieriger als wir dachten. Die netten, kleinen Pensionen gibt es hier nicht, hier herrscht Grossstadtleben, die Leute bleiben nur ein paar Tage.

Am späten Nachmittag unseres Ankunftstags sitzen wir irgendwo im Schatten und verstehen die Welt nicht mehr. Wir fuhren so motiviert nach Mendoza und dachten, dass wir etwas Nettes finden würden, aber das scheint nun nicht so einfach zu sein. Wir laden fürs erste unser Gepäck in irgend einem Hotelzimmer ab, zwar günstig, aber hier kann man keinen Monat überleben. Ein Bunker.

Abends schlendern wir durch die Strassen und überlegen uns schon einen anderen Schlachtplan, bis auf mysteriöse Weise ein Plakat unseren Weg kreuzt: «Wohnungen zu vermieten»…

Es ist zwar schon spät, aber das macht in Argentinien nichts, wir klingeln und siehe da, es begrüsst uns jemand! Kurz danach besichtigen wir hübsche, kleine Kurzzeit-Wohnungen. Wir sind begeistert von der Idee.

Am nächsten Tag kommen wir zurück und möchten sofort einziehen ;-), heute ist aber der Chef da und er hat noch eine Überraschung für uns. Er zeigt uns eine Wohnung im Haus, wo auch er wohnt. Er meint für einen Monat sei das viel besser und auch zum gleichen Preis. Wie recht er hat!

Wir stehen in einer hübschen Wohnung mit Terrasse und gigantischem Grill, argentinische Grösse versteht sich, da kann man eine halbe Kuh grillieren. Einziger «Haken»: wir müssen in drei Wochen wieder raus, da die Wohnung reserviert sei, aber Martin, der Besitzer bietet uns für die letzten Tage eine der Wohnungen an, die wir gestern besichtigt haben. Was wollen wir mehr?

Umgezogen sind wir natürlich schnell und feiern unseren Erfolg mit einem Barbecue. Hier sind wir nun und leben einfach in den Tag hinein, es ist genial.

Vorallem sind wir hier, dass wir uns so richtig auf die Zukunft konzentrieren können. Wie geht es nun weiter mit unserer Reise?

Auf diesem Kontinent haben wir noch lange nicht alles gesehen. Wir wollten noch zum Amazonas, aber damals war gerade Regenzeit. Brasilien haben wir auch nicht gesehen, der Norden Südamerikas hätte noch kleine, karibische Länder zu bieten, dann ist da noch… es würde kein Ende nehmen. Wir lieben Lateinamerika, aber nun ist es Zeit für etwas Neues, wir brauchen eine Veränderung.

Wir suchen eine andere Reiseart und viel Natur. Lange mussten wir nicht suchen: am 1. Februar fliegen wir nach Australien!

Dort werden wir uns ein Auto kaufen und am Schluss wieder verkaufen. Mit einem eigenen Fahrzeug in Down Under herumzukurven ist Freiheit pur.

Keine Fragen mehr wo und wann der Bus fährt, wie lange es dauert und Übernachtungsfragen fallen sowieso weg, weil wir ein ausgebautes Fahrzeug suchen, wo man auch gleich drinnen schlafen kann.

Da haben wir den anderen Reisestil. Der Kontinent wird auch gleich gewechselt, die Sprache… Einfach was Neues. 😉

Diejenigen, die uns kennen denken nun: «So neu ist das nicht, da wart ihr doch schon». Stimmt. Genauer gesagt ist es sogar schon der dritte Besuch. Aber Australien bietet immer wieder etwas Neues.

Unsere erste Reise zum roten Kontinenten war kurz, ein Schnupperkurs, der Lust auf mehr machte. Darauf besuchten wir die «rechte Hälfte» während sechs Monaten im Toyota-Bus.

Und wenn man mal mit dem Reisevirus infiziert ist, nimmt das manchmal grosse Ausmasse an… und hier sind wir nun 😉

Diesmal möchten wir uns auf Westaustralien konzentrieren. Mal sehen was auf uns zukommt, wir freuen uns auf alle Fälle wie kleine Kinder auf Weihnachten.

Wir nutzen die Zeit in Mendoza, um uns auf unser neues Ziel vorzubereiten, zu träumen und irgendwie alles Gesehene definitiv im Kopf aufzuräumen.

Ein bisschen nostalgisch sind wir schon. 22 Monate sind wir nun schon unterwegs, 11 in Mittelamerika, die anderen 11 hier in Südamerika. Das ist Zufall, aber interessant, wenn man bedenkt, wieviel kleiner Mittelamerika ist… 😉

Gedanklich werden wir auch in Zukunft durch diese einmaligen Länder reisen:

Mexiko: Gutes Essen und viel Kultur – das Land hat aber zwei Gesichter

Guatemala: Immer noch das Land, das unsere Herzen erobert hat

Nicaragua: Wahnsinnig abwechslungsreich mit fröhlichen Menschen

Honduras: Das einzige Land wo wir sagen, nein danke, nicht mehr…

Costa Rica: Grün, üppig und viel Arbeit 😉

Panama: Das Tor zu Südamerika

Kolumbien: DIE Überraschung mit den aufmerksamsten und gastfreundlichsten Menschen Lateinamerikas

Ecuador: Regnet es hier nur? 😉

Peru: Unvergesslicher Norden, stressiger Süden

Bolivien: Chaotisch aber liebevoll

Argentinien: Das Fleisch, die Menschen und das viele Busfahren…

Chile: Osterinsel…

Das letzte Mal waren wir hier sicher nicht. Nun freuen wir uns auf eine Veränderung, denn gibt es nicht noch wahnsinnig viel auf der Erde zu entdecken, zu lernen und mit zu nehmen?

Während des Schreibens streifen meine Gedanken durch das Erlebte, ich staune, bin glücklich und werde wehmütig. Da fällt mir der schöne Satz von Aldous Huxley ein:

Reisen ist das Entdecken, dass alle Unrecht haben mit dem, was sie über andere Länder denken.


Schön, dass Ihr dabei wart, das vagabondage-Abenteuer geht weiter, wie lange noch? Das steht nun wirklich in den Sternen…

¡Hasta luego, que les vayan muy bien!



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2 Comments

  • Reply
    Anonymous
    30. Januar 2009 at 18:06

    „Schön, dass Ihr dabei wart,“. Das klingt jetzt aber nach Abschied, werdet Ihr aus Australien diesen Blog nicht mehr weiterführen?
    Thorsten

  • Reply
    Anonymous
    31. Januar 2009 at 17:32

    ABER SICHER DOCH!

    Das war nur hinsichtlich Lateinamerika gemeint 😉
    Bis bald wieder!

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