1154 Tage Mexiko Zentralamerika

Warum man manchmal nicht an einen Ort hinfährt, sondern hinkommt…

>> Celaya, Mexiko
In der Gegend um Guanajuato hiess es, dass es noch zwei sehr schöne Städtchen gebe. Wir entschieden uns San Miguel de Allende zu besuchen.
Wir fuhren mit dem Bus dorthin, die Landschaft ist ein bisschen karg, aber endlich lassen sich auch die lange ersehnten Kakteen sehen! Grosse, stämmige Dinger, manchmal hoch wie ein Baum. Verrückt.

Ab und zu stehen einsame Esel am Strassenrand und grasen. Dörfer sieht man selten, oft fahren wir stundenlang an einsamer Landschaft vorbei. Aber sie ist nicht unansehnlich.

Am Busbahnhof von San Miguel frage ich mich warum die Abfallkübel auch auf Englisch angeschrieben sind. Grüble aber nicht länger nach. Wir lesen gleich noch die Abfahrtszeiten für andere Orte ab, denn die Terminals sind immer so weit weg vom Zentrum. Auch hier beschäftigt mich die Frage, warum der Preis für Guanajuato, woher wir ja kommen, 20 Pesos teurer ist. Auch diesem Gedanken hänge ich nicht länger nach.


Die Stadt sieht nicht schlecht aus, auch farbig. Aber nach Guanajuato natürlich schwer zu toppen. Aber das kann ja auch nicht immer möglich sein.
Die Unterkunftssuche stellte sich hingegen ein bisschen schwierig dar. Aus unerfindlichen Gründen haben alle Zimmer einen ziemlich stolzen Preis. Wir fühlen uns auch, trotz netter Stadt, nicht wirklich in Mexiko. Man hört an jeder Ecke Englisch, die Preise sind zum Teil in Dollar angeschrieben. Wir fühlen uns nicht wohl. Es wimmelt von Amerikanern.

Nun wird mir die Abfallübersetzung und der teurere Buspreis irgendwie «klar». Wir bleiben noch ein Weilchen hier, suchten erfolglos nach einem Schlafplatz und kehrten dann einfach wieder zum Busbahnhof zurück.

Man hat uns schon öfters darauf hingewiesen, dass Nordmexiko «Gringoland» sei. Es ist für die Nordamerikaner ja auch nicht weit. Seit Mexiko City haben wir auch nie mehr einen Europäer oder andere Nationalitäten gesehen oder gehört.

Na gut. Kann uns ja egal sein, wir waren wieder am Busbahnhof und kauften ein Ticket, welches strategisch gut und auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel war. So landeten wir in Celaya. Tja, so fährt man manchmal nicht an Orte, sondern kommt dort einfach hin.

Über Celaya gibt es eigentlich nichts Spezielles zu sagen. Ausser, dass man dort Corn Flakes mit Schaufeln aus Säcken gräbt. 😉 Es ist wieder einmal eine dieser Riesenstädte. Womöglich gilt es als sowas wie En-Gros-Einkaufsparadies. Die Strasse in dem Quartier hier ist voller Stände und kleiner Läden, welche mit irgendwelchen Waren vollgestopft sind. Mögliches und Unmögliches. Man verkauft hier exorbitant grosse Plastikschüsseln, Wegwerfschälchen in diversen Formen, Sackweise Plastiklöffeli in verschiedenen Farben, getrocknete Chilis per Kilo, in Essig eingelegte Schweinsöhrchen in riesigen Einmachgläsern und eben Corn Flakes in allen erdenkbaren Farben, Formen und Arten aus 10-Kilo-Säcken. Zum schaufeln. 😉

Als wir mit staunen fertig sind, begeben wir uns in eine Bar. In der «La Ji-jo-rra» überbrücken wir die Zeit und planen unsere weitere Mexikoroute. In den anderen Ländern sind wir meistens aufs Geratewohl gefahren. Hier geht das irgendwie nicht. Viel zu gross das Land, da muss man (leider) schon fast strategisch vorgehen.

Die Bar ist sehr typisch. Der Fernseher brüllt. Es kommt «Hulk». Alle 15 Minuten meldet sich die Jukebox von alleine und gibt auch noch irgendwelche Songs zum Besten. Sie übertönt den schon sehr lauten Fernseher. Aber das kümmert niemanden. Warum auch.
Zwei ältere Herren trinken um die Wette, so scheint es. Der Barmann und der Kellner dösen in einer Ecke. Auch das kümmert niemanden.
Das ganze Szenario passt wieder einmal zum Ganzen. Sehr skurril. Aber für uns eine willkommene Abwechslung…

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