1154 Tage Afrika Benin Dies und Das

Unbewusstes Bewusstsein

›› Grand Popo, Benin
Eigentlich ist uns seit zwei Monaten schon «unbewusst bewusst», wie es weiter gehen soll mit uns. Die richtige Entscheidung ist schon längst gefallen, nur traut sich keiner von beiden, diese so richtig auszusprechen. Aufmerksame Blogleser, die zwischen den Zeilen mitlesen ahnen es wohl.

Nach über drei Jahren herumvagabundieren ist es nun soweit: wir werden die Heimreise antreten!

Dies nun im Blog zu veröffentlichen macht das Ganze sehr offiziell ;-).
Obwohl wir wissen, dass es die richtige Entscheidung ist, fällt sie uns schwer. Wir sind müde, haben die Nase voll vom Bus fahren, den Pass wollen wir nicht erneuern und das eintönige Essen (vorallem den Reis) kriegen wir schon lange nicht mehr hinunter. Und auf die Familie und die Freunde freuen wir uns ja auch. Und trotzdem. Diese Freiheit aufzugeben ist sehr schwierig.
Ein «normales» Leben können wir uns im Moment kaum vorstellen, ein wieder eingliedern in die westliche Welt kommt uns abstrakt vor.
Gleichzeitig haben wir uns an so viele verschiedene Lebensarten und Kulturen angepasst und gewöhnt, dass es eigentlich kein Problem sein sollte. Wir versuchen uns im Moment den Kopf nicht allzu sehr zu zerbrechen, nach dem wie und was. Wir haben in diesen Jahren gelernt, dass alles irgendwie den richtigen Lauf nimmt.

Es war immer unser Traum und das Ziel dieser Reise selber zu entscheiden, wann Schluss sein soll. Kein Enddatum, Reiseplan oder sonst irgend etwas soll uns die Entscheidung abnehmen. Der Zeitpunkt ist nun einfach da. Auch wenn uns dieser Entscheid wagemutiger vorkommt, als vor drei Jahren die Zelte abzubrechen. Entschlossen haben wir uns in ein Internet-Kaffee gesetzt und einen Flug nach Europa gebucht. Ich weiss nicht ob ihr Euch vorstellen könnt, wie abartig das ist, wenn man auf den «OK»-Knopf drückt um den Flug zu bestätigen…
Klar war immer, dass wir nicht im Winter zurückkehren wollen, es soll ja bald Sommer werden (hoffentlich?), somit haben wir drei Wochen vor Abflug einen Flug nach Marseille gebucht, damit wir noch ein Weilchen in Frankreich verbringen können. Den Rest unserer Afrika-Zeit verbringen wir bei Gildas am Meer (wo sonst?), doch Abfliegen wollen wir in dem Land, welches unser Herz gestohlen hat: Burkina Faso.

Somit geht dieser Reiseblog bald einem Ende entgegen. Es folgen noch die letzte Busfahrt, der Heimflug und andere Kleinigkeiten. Ist es nicht so, dass ein Ende immer der Beginn von etwas Neuem ist? Die Reise hat für uns kein Ende. Wir machen einfach mal eine Pause ;-).
Ich befürchte, dass die Rückkehr und die Wiedereingliederung in «good old Europe» vielleicht abenteuerlich sein wird, als einige unserer Erlebnisse auf der Reise quer über die Erdkugel. Der Kulturschock wird wahrscheinlich grösser sein, als irgendwo sonst auf dieser Welt…

Somit bis bald ihr Lieben…

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3 Comments

  • Reply
    destello
    4. Juni 2010 at 22:57

    Werdet Ihr uns denn als Blogschreiber auch nach der Rückkehr erhalten bleiben oder wird der Blog mit dem Ende DIESER Reise dann eingestampft? Ich hoffe nicht!!

    • Reply
      vagabondage
      5. Juni 2010 at 8:19

      Existieren wird dieser Blog weiterhin, vorerst wird ja noch etwas geschrieben, was danach passiert werden wir sehen.
      Unsere Rückkehr beschreiben wir sicherlich auch noch ein bisschen, ist ja auch ein Teil der Reise.
      Komm doch einfach weiterhin vorbei, dann siehts Du was im Blog noch so passiert ;-). Danke fürs mitlesen!

  • Reply
    eva
    6. Juni 2010 at 12:17

    juhuii – ich wusste ja schon dass ihr früher oder später wieder kommen werdet, aber dass es dann doch plötzlich so schnell geht dachte ich nicht.

    freue mich auf euch

    hebed sorg und bis bald
    liebe grüsse
    eva

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