1154 Tage Mexiko Zentralamerika

Spinn ich oder…?

>> Tulum, Mexiko
Nach der ersten Nacht in Chetumal, wollten wir weiter. Chetumal ist nichts Besonderes. Einfach «die Stadt nach der Grenze». Wir fuhren nach Tulum. Warum wissen wir eigentlich auch nicht genau. Aber warum nicht.
Leider kamen wir erst am späten Nachmittag an, sonst wären wir sofort wieder weitergefahren. Was soll den das hier für ein Spektakel sein?


Es ist eine Art Cancun. Einfach kleiner. Die Hauptstrasse und ein Hotel nach dem anderen, abgewechselt von einer Bar an der anderen. Mädels rennen mit diesen Minizöpfchen in den Haaren umher, Souvenirshops mit vielen sinnlosen Dingen. Wieder Bars. Wieder Hotels. Alles sehr mexikanisch… 😉
Inmitten von diesem Disneyland sind wir. Völlig am verzweifeln. Hier hat es alles, was wir gar nicht mögen. Kommt noch die Art der Touristen dazu. Genau die Gattung Mensch, die wir wirklich toll finden.

Die Suche nach einer Bleibe war auch sehr lehrreich. Die können einem hier voll ins Gesicht schauen, horrende Preise nennen und werden nicht mal rot dabei!
Simple Hotelzimmer gibt es hier nicht. Wird wohl nicht gefragt. Im Nachhinein «versteh» ich das vielleicht, die Leute kommen hierher um Ferien zu machen.

Nach dem x-ten Zimmer anschauen, drehten wir im roten Bereich. JC sagte einem Hotelbesitzer (sein Hotel war quasi leer) was denn hier alle hätten. Solche Preise für diese Zimmer könnten doch wohl nicht wahr sein? Er handelte den Preis des Zimmers auf über die Hälfte runter und wir konnten endlich schlafen gehen.

Das alles nur, weil es einfach viele Touristen hat. Die sehen das karibische Meer, türkisblaues Wasser – dann schaltet wohl das Hirn auf «off».

Ich möchte etwas klarstellen. Wir akzeptieren, dass es teurere Länder gibt. Wir sind auch nicht darauf aus nur in den sogenannten «Billigländern» zu reisen. Aber was zuviel ist, ist einfach zuviel. Für einen stolzen Preis, sollte man auch etwas geboten bekommen. Sonst ist es nur eine Verarschung der Touristen, die aber anscheinend alles mit sich machen lassen.

Wir trafen wieder auf ein paar Leute aus demselben Bus aus Guatemala. Auch diese waren schockiert, was uns ein wenig beruhigte 😉 Kommt dazu, dass wir ein Hotel in der Stadt suchten, man kann sich in etwa vorstellen, was das für ein Desaster am Strand geworden wäre…

Am nächsten Tag standen wir extrem früh auf um endlich von hier weg zu kommen. Auf Tipp von den Leuten aus dem Bus fuhren wir zur Isla Mujeres, nähe Cancun. Die Insel sei anscheinend viel ruhiger und gelassener als Tulum. Gut, wir entschieden uns dorthin zu fahren. Sind wir ja auch gleichzeitig auf der Suche nach einem gemütlichen Örtchen, wenn meine Mutter und André kommen.

Um auf die Insel zu kommen, muss man (leider) über Cancun fahren, um dort das Boot nach Isla Mujeres zu erwischen. Ich sage Boot. Es war eigentlich ein Katamaran. Wir liessen uns auch nicht von der Horde Menschen verunsichern, wussten wir, dass es anscheinend viele Leute aus der Hotelzone von Cancun gibt, die einen Tagesausflug auf die Insel machen.

Es hiess, auf der Insel seien alle amerikanischen Ketten wie McDonalds, Wallmart etc. verboten und auch Gebäude, die höher als drei Etagen seien. Das klang in unseren Ohren sehr verlockend.

Als der Katamaran sich einer Insel näherte sagte ich zu JC: «Ich hoffe nicht, dass DAS Isla Mujeres ist, oder?» – «Neeeiiinnn… die Insel ist doch viel kleiner… oder?»
Leider, leider war es Isla Mujeres. Nichts von niederen Gebäuden. Das mit McDonnalds muss zwar noch stimmen.
Wir sind schon wieder in einem Disneyland gelandet. Einen Tick schlimmer, als Tulum, weil es viel grösser war. Nichts von Inselgefühl. Keine Spur von Gemütlichkeit. Wenn ich die Person nochmals sehe, die uns diese Insel als solches verkauft hat… 😉

Wir fühlten uns sowas von unwohl hier, dass ich nicht weiss, wie ich es beschreiben soll. Aber anscheinend ging es nur uns so. ALLE schienen sich prächtig zu amüsieren. Logisch. Warum kommt man auch sonst hierher?

Das tragische am Ganzen ist, dass die ganze Küste – sie nennen es die Riviera Maya – völlig vom Tourismus «ausgelutscht» ist.
Es herrscht «Alles inklusive»-Stimmung, ausser dass man hier ohne Armband herumrennt. Aber es wird trotzdem gut dafür gesorgt, dass man soviel wie möglich am gleichen Ort konsumiert…

Jeder soll so Ferien machen, wie es einem gefällt, aber bitte im nachhinein nicht behaupten, man sei in Mexico gewesen…

Wir waren mit unserem Latein am Ende. Sind WIR komisch? (Wahrscheinlich schon ein bisschen 😉 )
Was tun wir nun und vor allem WOHIN gehen wir mit meiner Mutter?

Wir waren schon vor etwa drei Jahren in Mexico. Aber nicht an der Karibikküste. Glücklicherweise nicht, wie wir nun feststellen müssen.
Auch diesmal standen wir sehr früh auf, um so rasch wie möglich von hier weg zu kommen.

Ohne grosse Hoffnungen fuhren wir gut 40 Minuten wieder Richtung Tulum, nach Puerto Morelos zurück. Erstens konnte es kaum mehr schlimmer werden und zweitens wussten wir, wenn wir zwei richtig versch… Tage hatten, dass die kommenden gut werden. Und wir sollten Recht behalten…

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2 Comments

  • Reply
    Anonymous
    12. August 2007 at 4:55

    macht Euch nicht so grosse Sorgen, wohin mit der Mutter, das wird schon toll, ich weis das, Dein …MAMI 🙂

  • Reply
    vagabondage
    14. August 2007 at 17:30

    😉 ist ja inzwischen zum glueck auch schon gebongt. bis gli. BUSSI!

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