1154 Tage Guatemala Zentralamerika

Rió Dulce – Der Kulturschock, der anderen Art

>> Rio Dulce, Guatemala
Die wieder geteerte Strasse liess uns wissen, dass wir nun in Rió Dulce angekommen sind. Ehrlich gesagt hatten wir hier unseren ersten Kulturschock seit Anfang der Reise.
Die Stadt ist nichts Schönes, einen Haufen Leute, Touristenfänger und massenweise Touristen. Was an und für sich nicht so Problem wäre…
Wir dachten wir könnten hier eventuell ein paar friedliche Tage verbringen, in einem Hotel in der Natur, weit weg von der Stadt. Hier ist der Anfang des Sees und wird von Mangroven, Wald und Sumpfgebiet gesäumt.


Per Böötli wurden wir knapp fünf Minuten von der Stadt rausgefahren. Rundherum standen grosse Yachten (die wohl eher nicht von Guatemalteken stammen), Katamarane und sonstige teure Schiffe. Wir trauten unseren Augen nicht.

Der Weg zum Hotel war schön. Das Zimmer war ganz okee, es war im Wald, wie wir es uns «vorstellten». Aber wir fühlten uns nicht wohl hier. Die Extrabootsfahrt kostete, dies und jenes kostete natürlich auch extra.
Anfangs dachten wir, gut, wenigstens geht das Geld zu einem Guatemalteken. Bis wir den Besitzer sahen. Ein Luzerner…
Man sprach durchgehend englisch, die anderen Leute waren auch nicht so, wie die Reisenden, die wir sonst kennenlernten…

Keine Ahnung, ob jemand versteht, was wir meinen: DAS WAR NICHT GUATEMALA!
Obwohl wir blauäugig hierher kamen, wurde uns ziemlich rasch bewusst, dass wir um Himmelswillen so rasch wie möglich wieder weg mussten.

Dies taten wir am nächsten Morgen auch, nachdem wir die gesalzene Rechnung bezahlten (nicht nur wegen dem teureren Zimmer…) und wieder nach Rió Dulce fuhren.

In der Stadt selber fragte sich JC durch alle Möglichkeiten, um so billig wie möglich nach Lívingston zu fahren, glaubten wir dem Touroperator, der beim Hotel vorbeikam den genannten Preis nicht.

Sogar Rafael (Señor der Familie von San Pedro) sagte uns, wir sollen unbedingt von Rió Dulce per Boot nach Lívingston fahren, dies müsse wirklich sehr schön sein.
Einen direkten Landweg nach Lívingston gibt es nicht, egal von welcher Seite, erreichen kann man die Stadt nur per Schiff.

Wir fanden keine andere Möglichkeit, besser gesagt Preis, als die schon genannten 100 Quetzales (etwa 13$) pro Person. Wir fanden auch heraus warum.
Die privaten Lanchabesitzer (Boote) spannten sich zusammen, um eine Gemeinschaft zu gründen. Egal wer, egal wo, egal was bezahlt die Q100. Sie besitzen sozusagen das Monopol über die Verbindung nach Lívingston. Kommt dazu, dass anscheinend die Einheimischen von Rió Dulce gar nicht nach Lívingston fahren… (sagte der «Lanchamafiaboss» ;-), der mit seiner Pistole im Gürtel und seinen Goldketteli sicherlich dafür sorgt, dass auch keiner auf krumme Gedanken kommt…)

Eigentlich, muss man sagen, haben sie ja «recht», sich den Tourismus von Nutzen zu machen. 13$ hört sich im Prinzip auch nicht als viel an. Aber wenn man sich den Weg vorstellt, den sie als «Tour» verkaufen (was nun wirklich keine ist) und behaupten, dass ein simpler Transport von den Touristen nicht gefragt würde, wir aber das Boot voller Menschen und Rucksäcke hatten, die nach Lívingston wollten, da fühlt man sich schon ein bisschen wie ein Goldesel auf zwei Beinen…

Nun hoffen wir einfach, dass wir für den Rückweg die Fähre zum Puerto Barrios (Hafen) nehmen können und mit Umwegen irgendwie per Bus in den Norden gelangen. Und vor allem, dass Lívingston nicht schlimmer ist…
Wir werden berichten…


Ein paar wenige Fotos hat es auch gegeben.
Zu sehen unter: http://www.flickr.com/photos/vagabondage2
Viel Spass!

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