1154 Tage Costa Rica Zentralamerika

Rincón de la Vieja – Blubbern, gurgeln und fauler Eiergeruch

>> Liberia, Costa Rica
Der nahe Vulkan und Nationalpark Rincón de la Vieja lud natürlich zu einem Besuch ein und dieser war mehr als gut.
Costa Rica zeigte sich an diesem Tag von seiner besten Seite, wahrscheinlich weil wir bald nach Nicaragua fahren werden… 😉 Im ersten Teil unserer Besichtigung wanderten wir durch wunderschönen Wald, über grosse, dicke Wurzeln, vorbei an riesigen Würgefeigen. Zum Vulkan selber stiegen wir nicht auf, weil die Sicht laut Parkwächter eher schlecht war und dies somit relativ gefährlich werden könnte, denn immer wieder kommt man an rauchenden, blubbernden Löchern vorbei und wenn man diese nicht sieht…

Aber das war überhaupt nicht schlimm, denn auf dem Hauptweg roch es plötzlich ziemlich stark nach verfaulten Eiern. Die erste Attraktion war ein dampfendes Loch in dem kochendes Wasser sprudelt, was daran erinnert, dass der Vulkan aktiv ist!
Wir selber haben so etwas noch nie gesehen, also standen wir mit offenen Mündern vor dieser Grube.
Doch lange hält man es nicht aus, entweder drehte der Wind den Schwefelgeruch in unsere Richtung, oder warmer Dampf gab einem zu spüren, dass man sich lieber nicht zu sehr dem Schlund nähern sollte.

Der folgende «Volcancito» ähnelte einer Filmkulisse, man konnte sich gar nicht recht vorstellen, dass man in der Natur steht und in einem roten Erdloch, Dampf und Schlamm kochen sieht. Eine surreale Welt. Es war ein fantastisches Schauspiel. Und diese Geräusche; spritzen, gurgeln, zischen… und das sehr laut! Es folgte eine Art See, man hätte meinen können, man wäre auf dem Mond, kleine Luftbläschen stiegen an die Wasseroberfläche und fortan dieser Geruch von verfaulten Eiern… Eine wirklich verrückte Sache. Das «spektakulärste», wenn man das überhaupt so nennen darf, waren eine Ansammlung von Löchern, wovon eines sehr gross war und grausilbriger Schlamm in grossen Blasen an die Oberfläche stiegen. Wir hätten tausende von Fotos machen können, immer in der Hoffnung eine noch grössere Blase zu entdecken, aber eigentlich müsste man dieses Schauspiel filmen um die Stimmung und diese Geräusche zu vermitteln.Es war alles in allem spektakulär und hat uns wirklich sehr gefallen. Wieder auf dem Waldweg kletterte eine Affenfamilie gemütlich an uns vorbei, der Wald hallte den Gesang der Vögel wider und wir genossen unser Sandwich am Ufer eines Flusses.

Gestärkt nahmen wir uns die andere Seite vor, wo Wasserfälle auf uns warteten. Dummerweise haben wir uns bei der Abzweigung für den schwierigeren, anscheinend unspektakuläreren Wasserfall entschieden.
Doch zuerst führte uns der Weg auch wieder durch wunderbaren Wald und wir sahen abermals viele Tiere.
Hier fühlten wir uns einen Moment lang wie Tom Jones im Film Mars attacks! 🙂

Ich glaube wir sahen hier an einem Tag mehr Tiere als in den vergangenen vier Wochen zusammen! Wir befürchten, die anderen Nationalpärke werden derart oft besucht, dass die Tiere verständlicherweise das Weite suchen.

Als wir aus dem Wald kamen, wanderten wir in der prallen Sonne auf einer Weide immer höher und höher. Unser Pfad wurde immer steiler, wir kletterten an grossen Steinen empor und fragten uns schon, ob wir immer noch auf dem richtigen Weg waren?
Da wir von der anderen Seite doch schon einige Kilometer in den Beinen hatten und es auch schon Nachmittag war, gaben wir irgendwann hoch oben auf dem Berg auf. Wir sahen weit und breit keinen Wasserfall.
Die Aussicht war dafür umso schöner, aber unser Bus holte uns um 16 Uhr wieder ab und wir mussten ja auch noch zurücklaufen…

Wir erfuhren dann, dass wir doch den anderen Weg hätten nehmen müssen. Wenn wir noch weiter gelaufen wären, hätten wir zwar einen Wasserfall gesehen, aber unspektakulärer, wie der andere. Es war uns egal, wir waren sowieso viel zu erschöpft um uns darüber den Kopf zu zerbrechen. Wir wollten nur noch eins: eine kalte Dusche!

Es war ein genialer Tag, wir sahen wunderbare Dinge und atemberaubende Natur. Für uns war der Rincón de la Vieja der Höhepunkt unserer Costa Rica Reise.

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