1154 Tage Zurück in Europa

Querschnitt

›› Schweiz, Sommer 2010 bis Frühling 2011
Da sind wir nun. Eingereist, zurück und da. Wobei «da» nicht immer ganz der Wahrheit entsprach. Nach 1154 Tagen herumvagabundieren war es unmöglich sich einfach wieder einzugliedern, als ob nichts gewesen wäre. Wir konnten es auf alle Fälle nicht. Glücklicherweise fanden wir Unterschlupf im Haus meiner Mutter und deren Freund.

Dort wurde uns viel Zeit gelassen, um uns an alles zu gewöhnen. Wir durften uns einnisten und blieben gut neun Monate, während denen wir gegen «Kost und Logis» beim Umbau des Dachstocks geholfen haben. Ich glaube man konnte uns sogar brauchen 🙂 Wir schätzten dies sehr und werden Euch das nie vergessen!

umbau

Das schlimmste war, sich an den Rummel und an die vielen Leute zu gewöhnen. Und dass einem das eigene Land völlig überfordert und viel fremder vorkommt, als man dachte. Man entscheidet selber hierher zurückzukommen und fühlt sich doch nicht am richtigen Platz.

2011 kam dann doch das Bedürfnis auf, wieder in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Einen Job fand JC sehr schnell, ich startete als Grafik-Freelancerin in meine Selbständigkeit. Bei der Wohnung wurden wir im Limmattal fündig, besser gesagt in der Nähe von Baden. Obwohl wir uns als «Stadtzürcher» eigentlich keinen anderen Ort vorstellen konnten als Zürich selber, strandeten wir hier. Erstens verschlug es uns die Sprache ab den horrenden Mietpreisen in der City und zweitens fanden wir nicht schnell genug eine Wohnung. Als praktisch denkende Menschen weiteten wir unser Suchgebiet einfach aus und landeten eben hier. Ein bis anhin völlig neues Gebiet. Beinahe Ausland 🙂 Rückblickend sind wir sehr dankbar, dass es uns hierher verschlagen hat. Wie ein neuer Fleck, der entdeckt werden konnte. Und die Leute sind so viel freundlicher als in Zürich. Auch wenn sich viele Freunde wohl bis heute nicht daran gewöhnen können («als Zürcher wohnt man nicht im Aargau…»). Wir fühlen uns immer noch sehr wohl hier.

umzug

Das war im Frühling 2011, der Umzug konnte beginnen. Wobei Umzug ein grosses Wort war. Viel zum Umziehen gab es nicht – besassen wir nur noch ein paar Kisten, ein Sofa und ein Bettgestell. Und auch nur weil das damals niemand auf «ricardo» wollte. Schnell wird das schwedische Möbelgeschäft zum besten Freund – oder zur Zweitwohnung 😉 – denn für mehr reicht es einfach nicht. Und irgendwie muss die Wohnung ausgestattet werden. Die grosse, leere Wohnung. Sie kam uns sehr gross vor nach den einfachen Übernachtungsmöglichkeiten und Bushcamper-Wohnungen…

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