1154 Tage Panama Zentralamerika

Oh wie schön ist Panama…

>> Panama City, Panama
Die letzten Tage in Londres gehen schleppend zu Ende. Obwohl wir die zehn Tage ohne Elena verbringen und ein bisschen ausspannen können, zieht es uns wahnsinnig zu unserem Vagabundenleben zurück.
Auch wenn wir die Auszeit genossen, viel gelernt und Spass hatten, ist die Zeit reif unsere Route wieder aufzunehmen.
Seit Samstag sind wir wieder «on the Road», verbringen noch eine letzte Nacht in Costa Rica damit wir Sonntags sehr früh Richtung Grenze fahren können. Endlich. Das «letzte» Land in Zentralamerika. Seit geraumer Zeit können wir an nichts anderes mehr denken als: Südamerika. Ein Reisegenosse aus Paraguay erzählte uns einmal mit strahlenden Augen: «Zentralamerika ist der Kuchen – aber Südamerika, ist die Kirsche auf dem Kuchen…» (Als Deutsches Sprichwort: das Tüpfelchen auf dem i.)


Natürlich wird Zentralamerika in wunderbarer Erinnerung bleiben. Guatemala, das Land, welches wir für immer in unsere Herzen geschlossen haben, das abwechslungsreiche Nicaragua, tausende Anekdoten von all den anderen schönen Ländern und liebenswerten Menschen. Aber nun ist es soweit. Südamerika ruft.

Aber bevor es soweit ist müssen wir die Grenze zu Panama passieren – was sich an diesem Sonntagmittag als gar nicht selbstverständlich herausstellt. Die Grenze an der «Panamericana» zwischen Costa Rica und Panama ist riesig. Die Sonne brennt auf unsere Köpfe, wir schlängeln uns zwischen den Lastwagen hindurch und suchen die Ein- beziehungsweise Ausreiseabfertigung.
Ohne Worte nimmt der Mann hinter der Glasscheibe unsere Pässe entgegen, schaut uns an und schiebt uns die Pässe wieder rüber. «¿Qué pasa?» fragen wir. Wo unsere Weiterreisetickets seien, meint er. Sowas hätten wir nicht, meinen wir. Schweigen. «Um hier einreisen zu können braucht ihr Weiterreisetickets und genügend Geld. Kauft euch ein Flugticket um aus Panama auszureisen»
Leichtes Stirnrunzeln unsererseits. Gut, der arme Kerl muss Sonntags arbeiten, aber muss er seinen Groll bei uns auslassen…? 😉

Spontan setze ich an und erfinde irgendeine wunderbare Geschichte, die ich ihm brühwarm auftische. Er müsse keine Angst haben, wir hätten nicht vor uns in Panama niederzulassen, schliesslich warte ein Kapitän mit einem Schiff auf uns, und für Schiffe – das sei doch bekannt – gebe es keine Tickets…
Ich brabble ihn voll. Er weiss nicht so recht was er davon halten soll. Er will uns den Stempel nicht geben. Immer wieder berät er sich mit seinem Kollegen.
Wir versichern ihm, dass wir nach Südamerika wollen, wir seien doch nicht die einzigen die sowas machen würden.
Viele Minuten später – er blättert wieder in unsere Pass und guckt sich die anderen Stempel an – klatscht er die Einreiseerlaubnis auf eine leere Seite. Endlich. Hartnäckigkeit zahlt sich eben doch aus…

Wir steigen in unseren ersten panamaischen Bus. Er ist wie neu und klimatisiert. Wir staunen. Das gleiche gilt für die Strassen. Schnurgerade düsen wir auf der perfekt asphaltierten Fahrbahn. Keine Schlaglöcher, kein Abfall. Und schneller als wir denken landen wir in David, der drittgrössten Stadt des Landes.
Hier bleiben wir für zwei Tage und lassen erstmal alles auf uns wirken. Tausende Möglichkeiten um einzukaufen, grosse Einkaufszentren und Geschäfte für jeden Geschmack. Die Stadt ist nicht unsympathisch, aber auch nicht gerade der Knüller.
Die Landeswährung ist der Balboa, aber da Panama keine Geldnoten hat, bedienen sie sich des Dollars. Der Wechselkurs ist derselbe. Alle bezahlen mit Dollar, ab und zu kullern ein paar Balboamünzen – in gleicher grösse wie die amerikanischen Cents – in unsere Hände.

Wir empfinden keine grosse Lust in Panama umher zu reisen und düsen gleich nach Panama City. Die Fahrt wird lange, aber wir sehen es zugleich als eine «Übung» für Südamerika, wo die Busstecken länger sein werden als in Zentralamerika.

Die Landschaft ist nicht sehr spektakulär. Das saftige und dichte Grün von Costa Rica verschwindet, die Felder scheinen eher ausgetrocknet.
Über die grosse Brücke fahren wir durch Balboa nach Panama City. Eine gigantische Stadt. Wolkenkratzer schiessen aus dem Boden wie Pilze. Chaos pur. Wir haben null Ahnung, welcher Bus in die Stadt fährt. Auf gut Glück steigen wir irgendwo im Zentrum aus und finden eine gemütliche, günstige Bleibe.
Diese Stadt ist einfach zuviel. Ganze Strassen voll Einkaufsmöglichkeiten. Menschenansammlungen vor einem Schaufenster, weil dort Fussball kommt. Riesige Geschäfte, dass einem die Augen flimmern. Informationsflut und Möglichkeiten, dass einem schlecht wird. Zuviel ist zuviel. Wir kaufen uns einen Tetrapaktwein und verbarrikadieren uns im Zimmer. 😉
Zuerst einmal ausschlafen und sich an den brummenden Geräuschepegel gewöhnen.

In Panama werden wir uns auf die Suche nach Weiterreisealternativen machen. Es gibt nämlich keine Möglichkeit per «Panamericana» nach Kolumbien zu reisen. Es «fehlen» gut 90 Kilometer der bekannten Schnellstrasse zwischen Panama (ab Yaviza) und Kolumbien.
Der Mensch hat es nie geschafft, dieses Stück Strasse fertig zu stellen, die Natur war immer Stärker und der Dschungel hat überhand genommen. Kommt dazu, dass man gefährliches Gebiet durchreisen müsste.

Wir suchen also nach einer See- oder Luftwegmöglichkeit um nach Kolumbien zu gelangen. Wir werden sehen, was sich in den nächsten Tagen ergibt und berichten natürlich…

You Might Also Like...

1 Comment

  • Reply
    Anonymous
    28. Februar 2008 at 23:19

    Liebe Manu, lieber JC! Ich hoffe, Ihr seid wieder aus Eurem verbarrikadierten Zimmer rausgekommen und der Pakt mit dem Tetrawein ist ausgeschlafen… und der Kater geheilt, hihihi! Was ich ja schon lange mal wieder sagen wollte: Diese Bilder… ABARTIG schön! HAAAAMMMER! Wozu braucht man da noch ein GEO? Ganz, ganz toll! Ich liebe Makro und das macht Ihr speziell genial! Gedanklich immer noch mit Euch auf Reisen sende ich frühlingliche Grüsse aus der Bünzli-Schweiz und immer viel Glück, gute Gesundheit und Freude! HERZLICHST Katrin

  • Leave a Reply