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Neues Jahr, neues Glück

› Schweiz,  Jahresbeginn bis Ende 2013

Das Jahr 2013 beginnt sehr gut. Die Operation von J.C dauert zwar länger als geplant, geht aber zum Glück gut über die Bühne. Wir sind beide überzeugt, dass das neue Jahr nur noch besser werden kann.
Er macht nach dem Eingriff gute Fortschritte und kann bald nach Hause. Die ersten Monate nach der OP brauchen viel Energie und Geduld. Jetzt heisst es vorwärts schauen, den Körper von den Strapazen erholen und wieder so fit wie möglich werden. Und mit den neuen Umständen leben zu lernen.

Somit fasse ich – so kurz es geht – das Jahr und Saison 2013 zusammen:

Fest und lange hat uns der Winter im Griff. Die kalte Jahreszeit prägt uns stark. Denn die «Reha» darf er zu Hause machen, da ich ihn dort unterstützen kann. Jeden Tag müssen wir die verordneten Spaziergänge machen. Zu Beginn nur kurz vors Haus, dann um den Block herum, bis die Strecke länger wird.
Mit der grossen Narbe auf dem Brustkorb ist schon das Anziehen der dicken Winterjacke eine schwierige Prozedur. Dann noch diese verschneiten und rutschigen Strassen…

Lange hielt der Wintermantel: Verschneite Kosterhalbinsel Wettingen.

Lange hielt der Wintermantel: Verschneite Kosterhalbinsel Wettingen.

Kalt: Blick über Baden.

Kalt: Blick über Baden.

 

Nachdem aber klar ist, dass der Frühling kommt, holen wir Ende März unseren Postbus wieder hervor. Motivation pur, Freude herrscht. 🙂

Der Frühling kommt!

Der Frühling kommt!

 

Zwei Investitionen werden dieses Jahr gemacht. Die eine gleich zu Beginn der Saison: ein Kühlschrank. Er macht das Einkaufen und Planen einfacher, die Wochenenden können länger ausfallen. Welch schöner und wichtiger Aspekt! Und der elsässische Weisswein muss doch auch gekühlt werden! 🙂

 

Rasch ist auch schon alles eingebaut und wir können unser erstes Wochenende der Saison starten: natürlich im Elsass…

2013 verbringen wir viele Wochenenden im Elsass. Die Campingplätze sind schön, einfach und recht preisgünstig. Was uns positiv auffällt, ist die grosse Fläche, die man jeweils erhält. Bei uns in der Schweiz ist fällt die Parzelle jeweils enger aus. Gut, wir haben auch weniger Platz als die Franzosen. Bei uns klebt man meist – wie in einem Schrebergarten – eng aneinander. Was nicht gerade unserem Geschmack entspricht. Was der Nachbar jeweils isst, möchten wir nicht zwingend wissen.

Die Franzosen sind erstaunlich gut auf Camper-Reisende eingestellt. Oder sagen wir, sie haben es begriffen und bieten diesem Touristenzweig etwas. Sie wissen was die «Campicaristen» brauchen, um sich wohl zu fühlen und dann gerne länger bleiben. So gibt es oft die Möglichkeit Wasser aufzufüllen, Abfall zu entsorgen oder sogar Duschen zu nehmen. Sogenannte «Aire de Camping-Cars», also einen Tank- und Rastplatz für Wohnmobile. In Münster zum Beispiel gibt es einen sehr grossen und guten, wie wir finden. Diesen steuerten wir schon bei mehreren Elsass-Besuchen an. Gegen ein kleines Entgeld kann man seine Wasservorräte auffüllen und in sauberen Zellen warm Duschen.

Die vielen Wanderparkplätze in Frankreich bieten sich ebenfalls an, um darauf frei zu campieren. Das entspricht sehr unserem Geschmack. Nicht des Geldes wegen. Die kleine Freiheit und die Prise Abenteuer machen es aus. Wenn man ein gutes Plätzchen «entdeckt» hat, dies hübsch in der Natur liegt und meist noch eine Feuerstelle hat… braucht man mehr? Eben.

Im Juni statten wir dem Burgund einen Besuch ab. Eine (kurze) Woche lang. Kurz vorher stösst die zweite Errungenschaft des Jahres zu uns: eine Markise. Eine Vergrösserung unserer fahrbahren Wohnung. Denn nun können wir auch bei schlechtem Wetter draussen sitzen und kochen. Wir haben quasi expandiert und besitzen jetzt eine 2-Raum-Wohnung 🙂


Also… hier im Burgund: 

 

Und noch dies und das…

 

Ein Abstecher zum Flüelapass (Schweiz)

 

Langes 1. August-Wochendende in den Vogesen, Elsass

 

Ein Projekt in der Schweiz
Die Region Melchsee-Frutt haben wir bereits einige Male erwandert. J.C. hat hier eine Foto-Idee. Dafür müssen wir jedoch den Hochstollen erklimmen. Hört sich nun spektakulärer an, als es für die Meisten ist. Knapp 600 Höhenmeter, nichts dramatisches. 8 Monate nach einer schweren Herzoperation aber eine schöne Herausforderung. Wir nehmen es gemütlich, ohne jeglichen Druck, jederzeit können wir umkehren. Dies im Kopf verankert nehmen wir uns den Hochstollen vor. Mit dem guten Gefühl, dass wir das schaffen können. Die Motivation ist enorm, das Wetter macht mit und das Panorama entschädigt schlussendlich für jegliche Strapazen.
Der Doktor meint, J.C. darf, ja muss sich sogar bewegen, darf auch Sport machen. Aber nie mit Druck, nie etwas erzwingen, keine Wettbewerbe gewinnen wollen. Das sei für seine Gefässe und kaputte Aorta nicht gesund. Sinnlos Gewichte stemmen ist auch verboten. Der innere Schweinehund darf nicht übertölpelt werden. Das ist das Ziel, dann ist fast alles erlaubt.

Oben angekommen trägt J.C «seinen Rekord» ins Gipfelbuch ein. Darf man schon, finde ich. Seine Motivation für die kommenden Monate. Trainieren, wieder fit werden. Vorallem wieder wandern zu können und sich seiner Leidenschaft der Fotografie zu widmen.

 

 

Nun gut, für das Projekt «Melchsee» ist es noch zu früh. Denn wir möchten den Sonnenuntergang dort oben erleben. Und zwar genau dann, wenn die Sonne hinter dem Titlis aufgeht und auf alle vier Seen, die sehr fotogen alligniert zu unseren Füssen liegen, im goldenen Licht erstrahlen lässt. In unseren Köpfen malen wir uns dieses Spektalel aus. Sind uns jedoch bewusst, dass wir hier viel von Mutter Natur verlangen.

 

Der Herbst naht… ein kurzer Abstecher ins Elsass 

 

Wieder etwas Schweiz: Zernez mit Nationalpark

 

Es ist soweit – DER Event
Im September ist es soweit. Die Position der aufgehenden Sonne ist nun beim Titlis. Einziges Problem: wir müssen um 3 Uhr Morgens losmarschieren, um mit einem genug grossen Zeitfenster auf den Hochstollen zu wandern. Der Sonnenaufgang wartet ja nicht.
Mit Taschenlampen bewaffnet beginnen wir den Aufmarsch. Es ist stockfinster und ich frage mich ernsthaft, was mich dazu bring einen Fuss vor den anderen zu setzen. Ach ja, J.C meinte es könnte spektakulär werden. Aha. Scheint mir genügt zu haben. Wie naiv man doch sein kann 🙂
Aber er wird recht behalten. Der Nieselregen, die Dunkelheit, auch die Kälte, die sich langsam einschleicht, wollen unsere Laune nicht vermiesen. Dann blickt die Sonne leicht über den Horizont.

Nebelschwaden ziehen im Eiltempo an uns vorbei. Die Sonne küsst bereits unsere Nasen. Kalt ist es immer noch. Ich schenke uns Kaffee aus der Thermosflasche ein, der ziemlich schnell abkühlt. Aber er schmeckt. Und wie gut! Auf unserem VIP-Platz werden wir Zeuge für das beste Spektakel, das nur die Natur uns geben kann. Wir haben das Gefühl ganz alleine auf dieser Welt zu sein. Das Vorführung der Sonne ist unbeschreiblich. Kurz glauben wir, es werde zu bewölkt, verdichte den Blick auf die Sonne zu stark. Aber der Himmel färbt sich in allen Farben. Und J.C. schafft es, die Stimmung in seinen Fotos festzuhalten:

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Was für ein Spektakel!

 

Wenn dies kein schönes Ende für eine wirklich gelungene Saison 2013 ist!

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2 Comments

  • Reply
    Urs Pfändler
    30. Juli 2014 at 15:44

    Das Foto vom Hochstollen ist sehr gut gelungen. Da kann ich nur gratulieren. Die Stimmung mit den Wolken ist absolut grandios und die Farben fantastisch. Ohne Wolken bekäme es nicht so eine Wirkung.

    • Reply
      vagabondage
      30. Juli 2014 at 16:51

      Hoi Urs, merci fürs vorbeikommen 🙂
      Ja die Stimmung ist wunderbar und wirklich gelungen eingefangen – ich leite es gerne weiter! Grüessli, Manu

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