1154 Tage Costa Rica Zentralamerika

Muskelkater, Leguane und andere Neuigkeiten

>> Londres, Costa Rica
Nun sind wir schon seit drei Wochen hier und das Fincaleben ist zum reibungslosen Alltag übergegangen. Unsere grosse Vanilleplantage haben wir fertig gepflegt, bekamen aber noch drei kleinere Felder aufgetragen.
Diese finden wir in einem noch ungepflegteren Zustand vor. Halb im Dschungel mit diversem Unkraut verwickelt, müssen wir uns mit der Machete zuerst einen Weg zu den Pflanzen bahnen und hinterher das ganze Gestrüpp vom Boden «mähen» und in Feinarbeit die Wurzeln ausreissen.


Eine anstrengende Arbeit, welche durch die schwingende Machete in Arm und Hand geht. Abends spürt und sieht man was vollbracht wurde – auch nicht schlecht. 😉
Da wir schon um sechs Uhr morgens im Dickicht stehen, werden wir mit Tieren belohnt. Ab und zu fliegt das Arapärchen über die Baumwipfel, vor ein paar Tagen entdeckten wir zwei Tukane, die es sich im Baum bei unserer Plantage gemütlich machten, farbenfrohe Schmetterlinge, Frösche, Kolibris und Leguane sind sowieso ganz «normal».
So haben wir Möglichkeiten den Blog mit neuen Fotos zu füllen. 😉

... entdeckten wir ihn eines schönen Morgens

Schmetterlinge mit wunderschönem Muster

Ein Dinosaurier

Zwischendurch brauchen wir Abwechslung, stets Machete schwingen, Vanille schneiden und hochbinden wird langweilig. Neues Kompostloch ausheben, einen Weg mit Holzstämmen «auffüllen», Garten reinigen, Dach flicken, eine neue Tafel für die Strasse basteln und die Telefonnummer einfräsen, Schloss wechseln und sonstige Reparaturen gehören auch zu unserem Job. Man kann uns für so manches einsetzen. 😉

Zu Beginn haben wir mit der Menge des Essens Probleme. Wir verrichten sechs Stunden körperliche Arbeit und sind somit ziemlich hungrig. Wir empfinden Elena anfänglich als etwas knausrig, was das Essen angeht und haben uns sehr geärgert. Schliesslich sparen wir auch nicht mit unserer Energie, also finden wir es nur gerecht, dass wir anständiges Essen bekommen. «Wwoofing» sollte eine Non-Profit-Aktivität sein, wir glauben aber, dass sie ein bisschen zu auf ihren Vorteil achtet.
Aber seit wir nun mit ihr darüber gesprochen haben, hat sich das geändert und wir fühlen uns in der Zwischenzeit wohl.
Die Art stets über Geld zu plappern ist eine sehr amerikanische Art, die wir auch bei ihren Freunden und Gästen wieder finden können. Für Europäer ist das ein bisschen eine befremdliche Art und Weise mit Leuten in Kontakt zu kommen…

Nach getaner Arbeit und dem Mittagessen stürzen wir uns mit Freuden in den «privaten» Bach am Ende ihres Anwesens. In der ersten Zeit sind wir öfters an den grossen Fluss gegangen, da dieser aber ganz schön zieht, kann man nicht gemütlich im kühlen Nass sitzen. Dafür konnten wir am Ufer vorbeiziehende Äffchen beobachten.
Im Bach sind wir alleine und haben ein behagliches Wasserloch. Und seit sich Shadow, die jüngere Hündin auch ins Wasser traut, geht es dort hoch zu und her.

Der Bach

Ansonsten gehen uns zwar langsam die Orangen aus, dagegen können wir regelmässig Bananen ernten (gibt tolle Milkshakes). Ananas geht leider noch ein Weilchen. Diese brauchen für die erste Frucht 18 Monate, für die zweite 12 Monate. Danach gibt das einzige essbare Bromeliengewächs keine Früchte mehr.
Letztens haben wir den Zimtbaum entdeckt. Wisst Ihr, wie man Zimt gewinnt?


die Zimtschicht duftet herrlich! geraspelter Zimt zum trocknen bereit

Dem relativ unscheinbaren Baum kratzt man zuerst die Rinde ab. Die nächste Schicht ist der Zimt, den man mit einem Messer abschaben kann. Gut, diese Art ergibt nicht so schöne Kringel, aber dieser frische Zimt strömt einen so herrlichen Duft aus, dass man das Gefühl bekommt, frisches Apfelmus tropfe aus dem Baumstamm, lecker! Wir lernen immer wieder Neues dazu, was wirklich ein Vergnügen ist.

Wies weiter geht? Zuerst wollten wir schon Anfang Februar abdüsen, aber da Elena noch ein bisschen weg fährt, haben wir verlängert und geniessen das Haus gemütlich zu dritt und fahren erst Mitte Februar nach Panama.

Eigentlich hätten wir anschliessend die Möglichkeit gehabt ein Luxushaus für ein paar Tage hüten zu können. Ein zwei Millionen Dollar teuerer Glaskomplex, völlig abgefahren, mit diesen Betten am Pool – wie im Film. Aber nun fährt die Lady leider doch nicht weg und wir können von ihrem Pool nur weiter träumen… DAS hätte ein toller Blogeintrag gegeben 😉

Bis bald wieder!

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