1154 Tage Afrika Burkina Faso

Mit 50 cm³ zu den Flusspferden

›› Bobo-Dioulasso, Burkina Faso
Als erstes kaufen wir uns eine Maske. Nach Banfora hatte JC während Tagen keine Stimme mehr, Halsweh und Husten kamen dazu. Eigentlich fahren die Meisten mit Masken herum. Die Luft ist sehr staubig und der Fahrtwind tut das übrige. Ab jetzt gilt uneingeschränktes Fahrgefühl. 😉

Brum - Brummmm

An einem Sonntag entscheiden Erwann, JC und ich zur «Mare aux Hippos» (Hippo-Weiher) zu fahren. Nördlich von Bobo gelegen über Teerstrasse und Piste zu erreichen. Es ist wirklich praktisch seinen eigenen fahrbaren Untersatz zu haben. Hier her kommt man mit dem öffentlichen Verkehr nicht.

Piste

Es ist wunderbar mit dem Wind im Schneckentempo über die Strassen zu «zischen», die Landschaft zieht gemütlich an einem vorbei, man hat alle Zeit, jedem und allem zu winken, Hallo zu sagen und nach zu schauen. Nachdem die «Mobylettes» wieder einmal beim Doktor waren, (inzwischen haben wir einen Stamm-Mechaniker in Bobo) läuft alles ganz rund. So macht es Spass.
Nach 40 Kilometer Teerstrasse wird links auf die Piste nach Bala abgebogen. Der erdige Untergrund ist in recht gutem Zustand. Auf Piste zu fahren macht irgendwie noch mehr Spass. Keine Busse und wütige Lastwagenfahrer, die einem Versuchen von der Strasse zu drängen. Wir glauben langsam, die machen sich einen richtigen Spass draus. Zwei «Toubabous» auf Mobylettes kommt nicht jeden Tag vorbei. Die Leute staunten schon, dass wir Bobo–Banfora mit den Töffli gemacht haben. Aber das ist nichts zu dem was noch kommt :-).

Man weist uns an eine sich noch im Aufbau befindende «Auberge», wo wir den Gaskocher benutzen dürfen, die Eimerdusche wäscht den roten Staub ab, ein Camping-Pasta-Eintopf köchelt auf der kleinen Flamme, rundherum Ruhe und Natur – alle sind zufrieden.

Am nächsten Tag wird richtig früh aufgestanden und zum kleinen See gefahren. Das Morgenlicht ist angenehm weich, wir möchten nur eins: in das Boot sitzen und auf Hippo-Suche gehen. Aber der Bootsführer und Guide sind noch nicht da. Die haben uns wohl gestern nicht ernst genommen, als wir eine Zeit abgemacht haben. Wie auch immer.

Morgenstunde

Der morgen bleibt schön, die Bootsfahrt über den nicht mal so kleinen See ist beschaulich. Der Guide weiss viel über die Flora und Fauna die im und um das Wasser schwimmt, fliegt und wächst.

Abreise

Mit grossen Stäben stossen die beiden Herren das Boot über die blättrige, aber blaue Seeoberfläche.

Bootsführer

Seeoberfläche

Die ersten Hippos lassen nicht lange auf sich warten. Eine Mutter mit ihrem Jungen. Wir dachten schon, das war’s, wie in Banfora, aber wir treffen noch eine Herde, die sich im Wasser tummelt. Sie spielen miteinander, schwimmen. Es ist ein friedlicher Ort, mit viel Natur gesegnet, wo genug Zeit bleibt, allerlei Tiere zu beobachten.

Hippos

Tiere

Einsam

Grosses «Füdli»

Trocknen

Auf der Rückfahrt zur Teerstrasse, zurück nach Bobo, hat JC eine Panne. Es ist nur der fehlende Benzin.

Panne

Abschleppen

Wir schleppen ihn ab, bis ins kleine Kreuzungsörtchen Satiri, wo man mit Handpumpe dem Gefährt den nötigen Kraftstoff einflösst. Sehr zur Freude der Kinder. Es ist halt doch sehr witzig mit den «Töffli» unterwegs zu sein.

Von Kindern umzingelt

WAS erzählen die da?

Auf dem Rückweg nach Bobo, wird wie verrückt allen Vorbeikommenden zugewinkt. Es wird viel gearbeitet an den angrenzenden Feldern zur Strasse. Kaum hat Erwann den Kopf vom Backstein-Hersteller weggedreht, ist es schon zu spät. Obwohl der Karren voll Kohl von einem lahmen Esel gezogen wird hat er ihn nicht gesehen und knallt volle Wucht in den Holzwagen hinein!
Der Zusammenstoss endet am Strassenrand im Schatten. Abgesehen vom Oberschenkel, der wirklich unhübsch aussieht und ein paar lahmen Kohlblättern die auf der Strasse liegen, ist zum Glück nichts passiert. Das gemietete Moped hat nicht mal einen Kratzer. Das hätte wirklich übler ausgehen können.
Nachdem sich alle vom Schreck oder vom kleinen K.O. erholt haben und die Menschenmenge sich aufgelöst hat, geht es – unwinkend und unfallfrei – nach Bobo zurück.

Es war, abgesehen vom Unfall, ein guter Ausflug. Nachdem ich auf der Piste fast den ganzen Motor verloren hätte von den Vibrationen der Piste, wird das in Bobo wieder geregelt. Wieder verbringen wir mehr Tage in Bobo als gedacht. Planen tut man in dieser Stadt lieber nichts 😉 Bald ist es soweit für die «grosse Reise» mit den Mobylettes – nichts soll uns von all den Pannen abhalten. Bis zum nächsten Mal wieder!

You Might Also Like...

No Comments

Leave a Reply