1154 Tage Guatemala Honduras Zentralamerika

Honduras wir kommen…

>> Copán Ruinas, Honduras
Eigentlich wollen wir Guatemala City vermeiden. Sie ist riesig, unübersichtlich und man muss höllisch aufpassen. Aber ein Umweg wäre zu lange und umständlich geworden. Also fahren wir durch. Augen zu und durch sozusagen. Es klappt alles gut.

In El Rancho machen wir Halt, um am nächsten Tag früh zur Grenze aufzubrechen.

Dieser Ort ist nicht wahnsinnig anmächelig. Der Taxifahrer, welcher uns in Guatemala City zum anderen Busbahnhof fuhr, sagte uns zwar, dass wir hier Spezialitäten essen könnten. Wir wunderten uns. Obwohl es viele Comedores gibt, will uns niemand am späten Nachmittag zu essen machen.
An der Strasse konnten wir dann die Spezialitäten probieren: Gallina und Chicharrones.
Vor uns liegt nun ein Teil gelben Huhnes, wo nur noch die Innereien herausbaumeln und ein Stückchen gebratene Schweinshaut, oder wohl eher Fett. Grauselig. Es muss wohl nicht gesagt werden, dass der Magen immer noch knurrt…


Keine Ahnung was an nächsten Tag los ist. Aber alle Buschauffeure versuchen uns übers Ohr zu hauen. Von El Rancho nach Chiquimula wäre der Preis 20 Quetzales. Der Ayudante wollte 25 Q. Wir weigern uns. Der nach Alkohol stinkende Ayudante argumentiert, dies sei wegen dem Gepäck. Das sind ja ganz neue Seiten. Wir haben noch nie für Gepäck bezahlt. Vor allem wenn man die Transportart unserer Rucksäcke beachtet: die sind rudimentär mit Seilen auf und vor die Kühlerhaube des Toyotabüsslis angebunden. JC’s Sack hängt nur ein paar Zentimeter über der Strasse…
Wir bezahlen dann 22 Quetzales, einen Preis, den wir am Vorabend von einem anderen Chauffeur erfahren haben.

Chiquimula ist eine grössere Stadt und es herrscht totales Chaos hier. Es ist Markttag und wir wollen so schnell es geht den Bus an die Grenze finden. Mit einem Mann im Schlepptau quälen wir uns zwischen den Ständen hindurch, an stehende Autos und Massen an Menschen vorbei. Wir schaffen es, der Mann bringt uns zum richtigen Bus.

Wir erfahren, dass der Preis an die Grenze 10 Quetzales pro Person ist. Es ist immer sehr hilfreich, die Fahrpreise im Voraus ausfindig zu machen. Die Ayudante versuchen oft den Touristen mehr abzuknöpfen.

Normalerweise haben wir auch immer die richtige Summe bereit, so gibt es keine Diskussionen, aber da unsere Quetzales zur Neige gehen müssen wir mit einem 50er bezahlen. Der Ayudante gibt uns nur 10 Q zurück. Wir machen einen Aufstand.
Sie kennen immer viele Argumente warum wir nun ausgerechnet jetzt mehr bezahlen müssen. Wir lassen uns nicht unterkriegen und verklickern ihm, dass er mit uns dieses Spielchen nicht machen müsse. Es klappt, schlussendlich bezahlen wir gleichviel wie alle anderen auch.

Man lernt sich wehren. Meine Sitznachbarin meint, das hätten wir gut gemacht und lobt unsere Spanischkenntnisse. Wir sagen ihr, dass es zum überleben hier wohl nötig sei… 😉

Es geht uns nicht um die verlorenen oder gewonnenen zwei Franken. Sondern ums Prinzip. Am Markt diskutieren wir nicht bis ins Bodenlose mit einer Frau um den Preis. Im Bus schon. Das sind nämlich die grössten Schlitzohren.

Die Grenze will und will nicht kommen. Die Fahrt ist lange, wir halten in jedem Strässchen und in jedem Dorf. Aber dann gegen Mittag sehen wir eine lange Lastwagenkolonne. Wir sind da!

Wilkommen in Honduras

Der Übergang verläuft reibungslos. Der guatemaltekische Grenzbeamte gibt uns sogar, obwohl der Computereintrag genügen würde, noch einen Ausreisestempel als Souvenir. Sehr nett 😉 Nun stehen wir offiziell auf honduranischem Boden. Die letzten paar Quetzales können wir bei einem der vielen Geldwechsler in Lempiras tauschen. Die reichen gerade für den Bus.

Ein Tag mit Grenzübergang ist immer ein bisschen eine stressige Angelegenheit. Natürlich nicht das hinüberspazieren selber, sondern da man meist ohne Geld dasteht und man sehnlichst hofft, dass die Bankkarte im neuen Land auch funktioniert. Alles ist fremd und frisch. Wie geht das mit dem Busfahren hier? Wie sieht das Geld in Honduras überhaupt aus? Wie sind Land und Leute? Schlafmöglichkeiten? Wir haben Hunger und Durst, der Kopf brummt, wir sind erschöpft…

Wir fahren mit einem Mikrobus die gut 10 Kilometer nach Copán Ruinas. Der Chauffeur fährt zu unserem erstaunen richtig lahmarschig 😉 Aber eine Wohltat, nach den Henkerfahrten in Guatemala.
Wir landen in einem sympathischen, hübschen Dörfchen. Die Schlafmöglichkeit ergibt sich auch ganz schnell und wir kommen bei einer Familie unter, die zwei Zimmer vermietet. Das Geldabheben funktioniert auch einwandfrei und Essen bekommen wir auch ganz günstig in einem gemütlichen Comedor. Ein aufreibender Tag endet tadellos…

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