1154 Tage Australien

Ende in Sicht…

›› Perth, Australien
Oft braucht es nicht viel, um einem verständlich zu machen, dass nun wirklich Zeit für eine Veränderung ist. Bei uns genügt ein – der nun wievielte? – platter Reifen. Seit sieben Monaten sind wir auf diesem spannenden Kontinenten unterwegs, die Wüstendurchquerung ist das letztes geplante Vorhaben gewesen. Nun geht es «zurück» nach Perth, aber bis dahin sind es noch ein paar hundert Kilometer.

Ein letztes Frühstück

In Leonora können wir es nicht lassen, über die unbefestigte Strasse nach Sandstone zu fahren.


Magpies: schöner Morgengesang


London Bridge bei Sandstone

Dass es die letzte sein wird, ahnen wir zwar, aber dass sich noch so ein vorlautes Stück Holz in den Gummi rammt ist kaum zu glauben. Aber doch. Selber schuld – auch der Highway hätte nach Sandstone geführt.

Gelassen brauen wir uns eine Tasse Kaffee, während die Restluft aus dem Pneu pfeift. Das muss nun definitiv als Zeichen gedeutet werden. Genug ist genug. Insgesamt gab es acht Reifenpannen, wovon zwei gleich einen neuen Pneu erforderten!

Da fahren wir tausende von Kilometern auf wirklich schlechten Pisten, aber immer wenn es schöne, flache Gravelroads sind, holt man sich die Probleme. Wie auch immer, die Teerstrasse wird ab jetzt nicht mehr verlassen ;-).

Tankstelle

Auch das Wetter ist der Meinung, dass die Zeit für Neues gekommen ist. Der sonst stahlblaue Himmel wird von Wolken und Regenschauer abgelöst, sogar in die geplante Pizza regnet es rein!

Die Regenfälle um diese Zeit sind normal und haben auch ihre Vorteile: die Wildblumen.

Eine grosse Blume...

Sturts Pie

Auf dem Weg zur Küste nach Geraldton wachsen die buntesten und unterschiedlichsten Blumen aus der Erde empor. Zu hunderten spriessen sie, einfach so am Strassenrand und rollen sich als Blumenteppiche vor uns aus. Ein grandioses Spektakel. Unablässig halten wir an, denn die Farbenpracht verändert sich ständig.

Blume

Alle Farbtöne

Frühling

Gemalt

Pelzig

Wildblumen...

... wohin man...

... schaut.

Blumenteppich

Sie wachsen überall

Everlastings

Tausendfüssler

Windig

In Geraldton geht es um eine weniger schöne Sache: unser liebes Auto muss auf Hochglanz gebracht werden. Ja, ja, ihr lest richtig, uns ist es ernst. Eine bittere Angelegenheit, sich von seinem treuen Begleiter und Kumpel zu lösen.

Schönes Plätzchen

Wir gönnen ihm ein intensives «Wellness» und schrubben aussen stundenlang Schmutz weg. Muskelkater lässt grüssen.

Putztag

Wellness pur

Eigentlich haben wir vor, den inneren Teil gemütlich in Perth zu reinigen, aber unsere Anzeige im Internet findet derart viel Anklang, dass regelrecht Hektik aufkommt. Putzen hält wenigstens warm, denn in Perth ist es furchtbar kühl und nass. Den Innenteil eines Bushcampers gründlich zu reinigen scheint kein Ende nehmen zu wollen. Der rote Staub ist einfach überall. Irgendwie erinnert uns das an den letzten Wohnungsputz…

Es vergeht keine Woche und wir haben sympathische Besitzer gefunden: Nick und Teresa mit Baby Pauline. Sie sind sehr spontan die neuen Eigentümer geworden, kommen aber erst in anderthalb Wochen nach Perth. Eine ähnliche Geschichte, wie bei uns damals in Argentinien… 😉
Dies kommt uns gerade recht. Endlich können wir uns dem neuen Reiseziel widmen.

Lange haben wir versucht, uns mit dem Gedanken anzufreunden nach Asien zu reisen. Es liegt quasi auf dem Weg, aber die nötige Begeisterung stellt sich einfach nicht ein. Das hat keinen speziellen Grund, jeder hat wohl Vorlieben für seine Reiseziele. Die meisten von Euch haben uns Richtung Asien reisen sehen, aber wir haben andere Träume zu verwirklichen und die Sache steht nun fest: mit einem dieser grossen A380 fliegen wir von Perth via Singapur nach Paris. Nach einem Besuch in Südfrankreich bei JC’s Papa wartet in Sète ein Schiff auf uns für Marokko.

Afrika wir kommen… 😉

Die Vorfreude hilft, sich an den Gedanken zu gewöhnen unsere «Wohnung» nun hinter uns lassen zu müssen, aber komisch ist es trotzdem nach so langer Zeit eines beinahe fixen (und so sympathischen) Wohnsitzes. Hach, wir werden ihn vermissen… *wein*
(An dieser Stelle wünschen wir Euch dreien viel Spass und alles Gute.)

Hier noch ein paar Zahlen der letzten Monate:
Wir fuhren 34’651 Kilometer in 7,5 Monaten und verbrauchten 4315 Liter Diesel
Der günstigste Diesel kostete 111.3 AUD-Cents pro Liter im Südwesten, der teuerste war im Outback Richtung Gibson Desert für 280.0 AUD-Cents pro Liter, was zum Glück nur einmal vorkam. Ausser den vielen Platten gab es nie Probleme.

Die Busfreie Zeit in Australien hat uns gut getan. Wir blicken auf schöne sieben Monate zurück, wo wir ständig an der frischen Luft gelebt und gekocht haben. Unsere Bush-Pizza wird uns auch fehlen.

Nun heisst es wieder Rucksack umschnallen, sich in überfüllt Busse quetschen und in neue Abenteuer stürzen. Aber wir können es kaum erwarten und berichten wieder…

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1 Comment

  • Reply
    Sascha und Jeanette
    5. Oktober 2009 at 3:33

    Hallo ihr Zwei,

    wir wuenschen euch ganz viel Spass in Afrika!!! Macht
    weiter so tolle Fotos,wir freuen uns auf die
    ersten Bilder!!
    ganz liebe gruesse aus Neuseeland von
    Jeanette und Sascha

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