Camperleben Projekt Bus

Der Umbau – zweiter Teil

›› Schweiz, Sommer 2012

Vierter Umbau-Tag:
Erneut klingelt der Wecker – ein neuer Umbautag beginnt. Nach dem Frühstück gehe ich zum Schlosser und bestelle die Bodenabschlüsse aus Riffelbech.
Auf unserer Baustelle geht es heute nur harzig weiter. Plan ist mit der gegenüberliegenden Seite anzufangen. Wir schneiden Alu-Winkel, die jedoch falsch werden. Hinter jeder Idee verbergen sich Tücken. Wir werden unsicher: Haben wir an alles gedacht? Beginnen wir am richtigen Ort? Es wird befestigt, angezogen und wieder abgeschraubt – so vergehen viele Stunden, die sehr unproduktiv und frustrierend sind.

Grübeln über Bau-Problemen

Grübeln über Bau-Problemen.

Man muss sagen, dass die «Küchenzeile», wie wir sie nennen, nicht ohne ist. In die Küchenzeile müssen wir ein U-Profil einarbeiten, um aus unserer Sitzgelegenheit auch wirklich ein Bett machen zu können. Ein zweites Holzbrett wird ausgezogen und verwandelt das Sofa so zum Schlafgemach. Schon beim Planen und Zeichnen wussten wir, dass das unsere Knacknuss werden würde. Inzwischen haben wir sogar schon mehrmals die Sitzhöhe verändert. Immer wieder müssen auch die Kästcheneinteilungen angepasst werden. Dann stimmst wieder nicht mit der Gasflaschenhöhe überrein. Oder sonst mit Töpfen. Es ist gerade zum Haare raufen…

Nach dem toll gekochten Mittagessen meiner Mutter geht es plötzlich wieder besser voran. Der Knopf ist gelöst und wir bauen das Gerüst und eine Etage, also etwa das halbe «Chuchichäschtli». Ufff… das U-Profil ist montiert und bündig mit der Sitzbank und scheint stabil, die Gasflasche und ein paar 1.5-Liter Flaschen haben Platz. Viel Platz gibt es nicht, da der Radkasten im Weg steht. Darüber wird es wie geplant ein Regalboden geben und wir überlegen uns gerade wie wir ein paar Schubladen einbringen können. Ebenfalls glücklich macht uns, dass bis jetzt alles «Resten», also Holz aus dem alten Einbau, benutzt werden konnte, inklusive Scharniere – das nenne ich Recycling.

Das U-Profil, um das komplette Bett aufzubauen steht und passt.

Das U-Profil (rechts), um das komplette Bett aufzubauen, steht und passt.

 

Fünfter Umbau-Tag:
Der heutige Tag beginnt im Coop Bau & Hobby. Wir versuchen der Schubladen-Idee Form zu geben, kaufen ein paar Scharniere und sonstigen Kleinkram. Schliesslich sollen die Kästchen auch Türen bekommen. Zurück nimmt die Küchenzeile richtig Form an: Schubladen, die wir mit Utz-Kisten umsetzen werden eingebaut, eine neue Regalboden-Zeile und die Abdeckung können wir zuschneiden und ebenfalls montieren.
Die Abdeckung ist auch eine Art Recycling. An unserem Umbau-Ort steht etwas verlassen eine ungebrauchte Küchenabdeckung – perfekt für unser Unterfangen. Die Utz-Kisten erweisen sich ebenfalls als geniale Idee für ein unkompliziertes Schubladen-System.
Man darf allerdings nicht vergessen, die angefertigte Umbau-Skizze im Auge zu behalten. Schnell ist es passiert und man wird verführt «kurz etwas zu probieren». Vieles hat schon seinen Sinn und oft liegen bereits viele Überlegungen dahinter warum man es so geplant hat und nicht anders.

Schliessen kann man den Stauraum noch nicht komplett, wir stehen trotzdem vor einer gut fertigen Küchenzeile. Die Handhabung funktioniert einwandfrei und wir haben an alles gedacht. Unser Plan und die Ideen gingen auf und in Erfüllung, wir sind über den Verlauf unseres Umbaus mehr als zufrieden.

Sechster Umbau-Tag:
Heute wird es nicht viele optische Veränderungen an unserem Umbau zu sehen geben. Es wird viel abgeschliffen, angepasst und Finessen ausgebessert. Mein Bruder, unser Lieblingselektriker und super Handwerker kommt heute vorbei und will unser Schaffen begutachten. Zugleich packt er mit an: Das Kabel für das künftige Lavabo mit Wasserhahn wird verlegt. Ebenfalls müssen diese wirklich mühsamen Magnetschnapper für die Türchen angebracht werden. Ich streiche die Ecken und Übergänge am Boden der anderen Box noch mit Silikon aus.

Abends sind wir an unserem Ziel der Umbauaktion angelangt: wir wollten wieder – wenn auch rudimentär – schlaftechnisch gleich weit sein, als wir den Bus gekauft haben. Theoretisch können wir wieder darin übernachten. Es fehlen zwar hier und dort noch Türchen, die Matratzenteile aus Schaumgummi müssen noch zugeschnitten werden (auch Recycling der bestehenden) und der Bezug fehlt noch. Wenn man es genau nimmt auch der Stoff dafür, was jedoch ein Detail ist 😉

Es gibt noch genug zu tun, das steht fest. Aber für heute reicht es und morgen ist Sonntag. Ein bisschen ausschlafen tut gut, denn der Muskelkater lässt grüssen. Der erste Teil unserer Umbau-Ferien war sehr erfolgreich. Am Montag geht es zum Camping-Profi, das Lavabo kaufen und es fehlen noch andere Kleinigkeiten. Das nenn ich eine freudige Aussicht auf einen Shopping-Tag!

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