1154 Tage Nicaragua Zentralamerika

Der Sommer kommt

>> Granada, Nicaragua
Wir sitzen im Schnellbus Richtung Managua (Hauptstadt), als der Bus von einem Polizisten angehalten wird. Grosses diskutieren am Strassenrand.
Ein Fahrgast schreit zum Ayudante: «Stell das Radio leiser, man kriegt ja gar nichts mit!» Gelächter. Zu allen Fenstern ragen Köpfe heraus und beobachten das Schauspiel.
Anscheinend hat ein Taxifahrer den Buschauffeur beim Polizisten angeschwärzt, weil er Schlangenlinien gefahren sei, um ihn nicht überholen zu lassen.
Wir hatten auch dieses Gefühl. Die anderen Fahrgäste sind anderer Meinung, aber da es uns sowieso egal ist, sagen wir natürlich nichts.
Wir fahren weiter. Denken wir. Aber wir folgen dem Polizisten und dem Taxifahrer. Und das ausgerechnet, wenn man in einem «Express» sitzt.
In einem kleinen Nest halten wir beim Polizeibüro. Die etwa 30 Nasen steigen alle aus und watscheln zum Frischluftbüro. Wieder Diskussionen.
Wir beobachten das Geschehen, viele Fahrgäste helfen dem Chauffeur. Wir wissen nicht, ob sie Lügen, oder ob sie dem Ganzen einfach nachhelfen, weil sie auch weiterfahren wollen.
Egal, irgendwann geht es weiter. Der Chauffeur hat eine Busse gekriegt.
Wir staunen, anscheinend drückt man hier den Uniformierten nicht einfach nur ein Nötchen in die Hand…

«Was für eine Hitze» hechle ich mit hochrotem Kopf zur Hospedaje-Besitzerin in Granada. Sie bejaht und meint, dass wohl tatsächlich der Sommer im Anmarsch sei. Wenn es noch heisser wird kauf’ ich mir einen Kühlschrank und setz‘ mich davor ;-).
Man muss wissen, dass es in Zentralamerika nur zwei Saisons gibt. Die Regen- und Trockenzeit. Die Regenzeit nennen sie «Winter», die Trockenzeit eben «Sommer». Nun im November ist Übergangszeit und der Sommer ist im Anmarsch.

Wir sind zur Zeit in Granada, eine der ältesten Städte Lateinamerikas. Eine schöne, bunte Kolonialstadt. Aber wohl auch ein sehr grosser Touristenmagnet.
Schön restaurierte Häuser, gut unterhalten, viele kleine Restaurants und Preise in Dollar…
Aber wir geniessen es, sind die Häuserfassaden und Gässchen doch sehr fotogen.

Vom ganzen Weihnachtsgeschehen bekommen wir nicht viel mit, was uns aber gar nicht stört. Hier wird man zum Glück nicht schon Monate im Voraus mit Weihnachtsdekoration bombardiert. Was sowieso nur Verkaufstechnischen Zwecken dient.
Hier haben erst diese Woche ein paar Strassenhändler Leuchtketten, Glimmer und Plastikbäume zum Verkauf aufgestellt.
Solch hohe Temperaturen sind für uns auch aussergewöhnlich für die Weihnachtszeit, aber einmal etwas Anderes.
Es ist für uns sowieso noch ein grosses Mysterium, wo wir Weihnachten und Silvester verbringen werden. Unwichtig und dieses Jahr eine völlig entspannte und neue Situation. Eins ist sicher: wenn wir in unserem Schneckentempo mit Rückwärtsgang weiterreisen, sicherlich noch nicht in Südamerika… 😉

In diesem Sinne wünschen wir Euch eine stressfreie Vorweihnachtszeit und ein paar wärmende Sonnenstrahlen. Bis bald wieder.

You Might Also Like...

No Comments

Leave a Reply