1154 Tage Guatemala Zentralamerika

Der perfekte Tag im Paradies

>> Semuc Champey, Guatemala
Kennt Ihr diese tollen Swimmingpools, mit den überschwappenden Rändern? (Wie heissen diese Dinger?) Ich kenn die nur vom Fernsehen 😉 und wollte schon immer einmal in so einem Pool baden. Das Bassin hat irgendwie keinen richtigen Rand und ist bis obenhin mit Wasser gefüllt? Ja? Ihr wisst was ich meine? Sieht man in der Werbung der Luxushotels? 😉
Tja… WIR haben nun so ein Bassin. Was heisst eins, sechs! Ja ich übertreibs nicht. Sechs «randlose» Swimmingpools umringt von üppigem Wald. Ein Becken ist leicht höher als das andere und so fliesst Wasser vom obersten ins nächste… Wir dachten rasch unseren Reisestil zu ändern, hatten wir doch vom vielen Busfahren ein bisschen genug und waren Ferienreif 😉 Es ist uns auch völlig bewusst, dass dies unser Budget sprengen wird, aber man gönnt sich ja sonst nichts… 😉

Ihr versteht die Welt nicht mehr? Wisst überhaupt nicht mehr was das nun soll? Ich klär Euch auf: Es war natürlich alles völliger Humbug!

Ausser den sechs Pools… aber es kommt noch besser, denn es ist alles 100% natürlich!
Ihr wisst immer noch nicht von was ich spreche?
Schaut es Euch hier an:
http://amadeo.blog.com/repository/763619/2219615.jpg


Wir haben das Paradies gefunden! Wir waren uns, als wir ins Hostel kamen (was noch nachträglich gesagt, wirklich ein normales Hostel war… 😉 ), wirklich nicht bewusst, dass Semuc Champey (so heisst der Ort) so nah an unserer Übernachtungsmöglichkeit war. Nur eine Minute zu Fuss und wir waren am Eingang des Parks. Danach nochmals etwa zehn Minuten durch üppige Flora spazieren und wir standen vor einem Wunder.

Über tausende Jahre hinweg bildete sich über dem Fluss, der hier fliesst und eine extrem starke Strömung aufweist, eine Art Brücke aus speziellem Gestein. Es bildeten sich sechs grosse Bassins mit klarstem, türkisfarbenem Wasser, welche aber nicht vom Fluss gespeist werden, sondern von Flüsschen und Wasserfällen aus den Bergen. Was die Transparenz des Wassers erklärt. Der Fluss fliesst unten durch den Tunnel und kommt am Ende der sechs Becken wieder tosend raus. Oberhalb in den Pools bemerkt man von der Wildheit des Flusses überhaupt nichts. Ein wahres, friedliches Paradies.
Was die Mutter Erde alles so zaubert… einfach unglaublich!

Wir trauten unseren Augen wirklich kaum und es ist auch sehr schwierig diesem Wunder mit Worten gerecht zu werden. Es haute uns schlichtweg um. Die Becken sind dermassen klar, dass man auch in den tiefsten Bereichen (wo man nicht mehr stehen kann) die eigenen Füsse sehen kann. Am Rand ist das Wasser natürlich Flach, was dazu einlädt gemütlich zu sonnen, und eben den Eindruck dieser randlosen Pools hinterlässt, weil jedes Becken sich mit einem Miniwasserfall langsam ins andere Becken «entleert». Atemberaubend.
Es gibt verschiedene Wege um das ganze Gebiet zu durchforschen und weit oben einen Aussichtspunkt, den «Mirador», um die ganze Schönheit von oben zu betrachten.

Ich muss wohl nicht lange erklären was wir den ganzen Tag gemacht haben… 😉
Mittags, wenn die organisierten Touren ankamen, verschwanden wir, denn Vormittags waren wir sozusagen allein. Nachmittags, wenn alle wieder weg waren, kamen wir wieder für eine erfrischende Schwimmrunde. Eigentlich hatten wir hier zwei Tage vorgesehen, schlussendlich blieben wir die ganze Woche… 😉
Und das tägliche Morgenritual war in Semuc schwimmen gehen. Was gab es besseres? 😉

Nun zum perfektenTag:
als wir Dienstags zum ersten Mal in Semuc Champey waren, war die Überraschung und Freude natürlich gross. Wir verbrachten viel Zeit dort und genossen es. Der Hunger war gross und wir bekamen ein wirklich gutes «Churrasco» (gebratenes Fleisch mit einer Art Tomatensauce, Salat, Reis, Bohnenpurree und Tortillas).
Diego und wir zwei wollten unbedingt noch den grossen Wasserfall fotografieren und uns die Grotten anschauen, die es am anderen Ufer gab.
Gesagt, getan. Wieder wurde wie wild geknipst, denn der Wasserfall machte seinem Namen alle Ehre 😉

Zum Glück hatten wir unser Badezeug und unsere Stirnlampe dabei! Wir dachten, okee, wird einfach eine nette Grotte sein… bis wir die klitschnasse Gruppe rauskommen sahen. Wir verstanden nicht ganz…? Die Grotte entpuppte zum Abenteuer 😉

Schon am Eingang der Höhle mussten wir in das kalte Wasser steigen. Während gut ¾ Stunden durchwateten, -schwimmten, kletterten und sprangen wir durch die Grotte. Das war wirklich ein Spass, aber ehrlich gesagt war mir auch manchmal ein bisschen mulmig zumute. Das ganze wäre wohl wiedereinmal unmöglich in Europa, die selbstgebastelten Metallleitern und Seile entsprachen wohl eher nicht dem TÜV… 😉
Das typisch guatemaltekische war: wenn man ohne Lampe gekommen ist, bekam man am Eingang eine Kerze… 😉 (Stellt Euch das bitte bildlich vor… 😉 )

Auf dem Retourweg mussten wir uns durch ein eher enges Loch quetschen und bei einem Miniwasserfall fallen lassen… es brauchte Überwindung, aber klappte zum Glück super 😉
Da wir mit so einer Grotte überhaupt nicht gerechnet haben, war diese Überraschung auch nicht schlecht 😉

Wir kletterten noch zum höhergelegenen Aussichtspunkt und somit war dieser Tag einfach perfekt. Wir waren völlig erledigt vom vielen klettern, wandern und schauen, aber glücklich! 😉

Die Woche in Semuc war herrlich, die Leute, die hier Übernachteten waren sehr sympathisch, an einem Abend entstand spontan ein Fest mit lauwarmem Bier (wegen dem fehlendem Strom) ;-), das Essen, das Toto, der verrückte Koch zauberte, war einfach, aber gut.

Wir hatten eine sehr gute Zeit, mit Toto kundschafteten wir noch die Region aus und er erklärte uns einiges über die Pflanzen, Früchte und Bäume in der Region. Wir assen zum ersten mal Kakao, sprich in der Frucht stecken die weissen, sehr schlabbrigen (nichts Schönes) Bohnen. Diese isst man wie ein Bonbon, bis das Schlabberzeugs weg ist. Hat absolut nichts mit Schokolade zu tun, es schmeckt eher wie diese sauren Bonbons, die in der Mitte Brausepulver haben… 😉

Ende Woche hatten wir aber dann doch das Gefühl, dass wir nun weiter wollen. Es ist einfach herrlich, dass wir an einem Ort so lange bleiben können, bis wir von selber sagen können: okee, es ist soweit, wir können wieder los… 😉

Da wir leider nicht über Cahabon nach El Estor fahren konnten, weil anscheinend die Strasse sehr schlecht war, mussten wir wieder zurück nach Coban fahren. (Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären wir nachher ins Biotopo gefahren) Und zweitens hatten wir nicht mehr genügend Geld, um das Hotel fertig zu bezahlen… 😉
Spontan pumpte uns der Busfahrer das nötige Geld, und wir konnten ihm es in Coban wieder zurückzahlen. Ist doch ein netter Zug, nicht wahr?

So, nun denke ich, Ihr seid wieder auf dem aktuellsten Stand und ich hoffe, das Ganze ist nicht ein zu grosses Durcheinander an Informationen, ich habe heute alles wie wild getöggeled 😉

Bald geht es weiter Richtung El Estor, am See. So werden wir wohl auch in den nächsten Tagen von viel Natur begleitet. Bis bald wieder, herzlichste Grüsse von uns!


Wie immer gibt es neue Bilder auf Flickr. Im Moment eine halbe Tonne neues Material. 😉
Zu entdecken unter:
www.flickr.com/photos/vagabondage2

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