1154 Tage Costa Rica Zentralamerika

Der Ernst des Lebens

>> Londres, Costa Rica
Kaum zu glauben aber wahr: wir sind wieder da, wo unsere ganze Reise vor neun Monaten angefangen hat. In Costa Rica. Unsere Idee ist eigentlich ziemlich direkt nach Panama zu fahren, da wir hier schon herumgereist sind und die «Schweiz Zentralamerikas» verhältnissmässig teuer ist. Kommt dazu, dass dieses Land ehrlich gesagt nicht unbedingt zu unseren Favoriten gehört.
Wir sind auch ein bisschen schockiert. Überall fahren grosse, teure Autos herum, viel Licht und Werbung wo immer man hinschaut, spanisch wird auch nicht mehr so viel gesprochen. Wir fühlen uns halt viel wohler in den «einfacheren» Ländern.


Aber wir haben hier eine Mission: wir wollen arbeiten. Ja, ja, ein Wort, das wir beinahe vergessen haben ;-). Wir machen uns keine Illusionen über bezahlte Arbeit, ein Farmarbeiter bekommt hier 1$ pro Stunde. Für das gibt es «Wwoofing» – Willing Workers On Organic Farms. Man arbeitet auf einem landwirtschaftlichen Betrieb oder ähnlichem für so und soviel Stunden gegen Kost und Logis. Für unseren Geldbeutel und uns eine gute Möglichkeit auszuruhen.

Darum sind wir nun in einem kleinen Nest namens Londres in der Nähe von Quepos an der Pazifikseite. Seit diesem Montag sind wir in der Finca Amanecer, bei Elena, die hier ein kleines Bed & Breakfast mit 3 ha Land hat.
Sie lebt nur teilweise in Costa Rica und wechselt zwischen hier und Amerika ab. Wir haben gehofft in eine Ticofamilie zu kommen, was aber in diesem Land als Wwoofer unmöglich ist. An der Anzahl Amerikaner, die hier Land besitzen könnte man Costa Rica beinahe als 51. Staat Amerikas zählen.

Auf den ersten Anhieb sind wir ein wenig enttäuscht. Wir dachten auf eine richtige Farm zu kommen, mit Gemüse und vielen Früchten. Ihr «Garten» gleicht eher einem Durcheinander und sie nennt es auch lieber «Spice Farm».
Egal, wir möchten es probieren, beziehen ein Zimmer und versuchen unser Hirn so gut es geht auf Englisch umzuschalten.

Wir sind nicht alleine. Penelope, aus Deutschland macht hier auch einen Wwoofaufenthalt und wir verstehen uns alle auf Anhieb sehr gut. Sie ist die gute Seele im Haus, kocht und kümmert sich auch um die Gäste. Dann sind noch die zwei Hundeweibchen «Shadow» und «Bear» und die etwas bizarre Katze Namens «Dickens».

Unser Arbeitstag beginnt um sechs Uhr Morgens, dauert bis Mittag und dies sechs Tage die Woche. Wir bleiben vorerst einen Monat hier, dann sehen wir weiter.
Am ersten Tag räumen wir die «Bodega» im Hinterhof aus, putzen und sortieren alles, da Elena so ziemlich alles sammelt und behält. Es wurde schon einmal in die Rumpelkammer eingebrochen, also bauen wir den fehlenden Holzstamm wieder ein und bringen ein Maschendrahtgitter an der Wand entlang an. Hört sich nicht nach viel an, ist aber Schwerstarbeit.

JC in Arbeitskleidung und -wut. Laub vom Dach holen

Den zweiten Tag beginnen wir mit zusammenrechen von Laub entlang des langen und breiten Hauptweges durch ihr Land und befreien auch das Dach der «Bodega» vom alten Blattwerk. Blasen an den Händen und dementsprechender Muskelkater lassen grüssen. Es gäbe soviel zu tun hier, dass man sich monatelang mit irgendwelchen Projekten beschäftigen könnte.
Es macht uns ziemlich Spass, sind wir doch den ganzen Tag an der frischen Luft und in Bewegung.

Unsere nächste Aufgabe wird sehr interessant, da wir uns um das zweitteuerste Gewürz der Welt kümmern können… also bleibt dran!

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