1154 Tage Guatemala Zentralamerika

Das Studentenleben und sonstige Geschichten

>> San Pedro la Laguna, Guatemala
Es ist wiedereinmal ein Eintrag nötig 😉 Beginnen wir doch schon bald unsere dritte und auch letzte Woche in der San Pedro Spanischschule.
Die Zeit vergeht wie im Flug. Es ist unglaublich, kaum hat man wieder einen Rhythmus im Leben, vergehen die Tage und Wochen wie nichts.


Die vier Stunden Privatlektion vergehen schnell, manchmal aber auch recht harzig. Es ist sehr intensiv, vorallem bekommen wir täglich viele neue Informationen, welche sich manchmal noch setzen sollten. Aber alles in allem verbringen wir eine geniale Zeit hier in San Pedro und was das Spanisch betrifft fühlen wir uns gut und viel sicherer. Gebracht hat es auf alle Fälle sehr viel.Obwohl wir die Vagabunden in uns spüren und merken, wie diese wieder erwachen und bald wieder «on the Road» gehen möchten, wird es uns doch sehr schwerfallen von Deborah und Rafael abschied zu nehmen.
Wir leben gut in dieser Familie, Deborah kocht wirklich toll und es macht Spass immer wieder gutes, einheimisches Essen zu entdecken. Mittags kommen wir von der Schule zurück, dann wird bald darauf Mittag gegessen. Meist helfe ich (immer noch) beim Tortillas backen. Meine Fladen werden auch immer runder und grösser, aber wenn ich eine Familie mit Tortillas ernähren müsste, wären wohl schon alle verhungert 😉 (Deborah macht 5, während ich immernoch am ersten Teigfladen bin…)

Nach dem Essen gehen wir entweder an den See, oder machen sonst irgendetwas. Am späteren Nachmittag kann man in der Schule an diversen Angeboten teilnehmen. Montags bis Mittwochs gehen wir jeweils für eine Stunde in den «Konversationsclub», hört sich öde an, ist aber einfach zum Plaudern da. 😉 An anderen Tagen kann man Salsa lernen und über die eigenen Füsse straucheln, oder es wird ein Film oder eine Dokumentation gezeigt. Es gibt ständig etwas zu tun. Oder sonst liegt man einfach faul in der Hängematte…

Am letzten Mittwoch (13.6.) haben wir hier ein Erdbeben gespürt. Wir sassen am See auf einem Stein, als dieser plötzlich zu wackeln anfing. Gar nicht schnell, sondern eher wellenartig, wie auf einem schaukelnden Boot. Wir dachten zuerst, wir seien nicht ganz normal, aber das Ganze dauerte fast eine Minute. Hier in San Pedro passierte nichts, denn das Epizentrum war im Süden, im Pazifik draussen. Dort hat man Leute evakuiert, weil man Angst hatte, es könnte ein Tsunami entstehen. Ging aber nochmals alles gut.
Hier in den Nachrichten hiess es, dass das Ganze nicht so schlimm gewesen sei (Stärke geht von 5.4 bis 6.5…) aber von einigen von Euch habe ich erfahren, dass man dies bis in die Schweiz erfahren hätte und mit Toten und allem drum und dran. Keine Ahnung was nun wahr ist… 🙂

Am Samstag darauf haben wir für die ganze Familie gekocht. Lessly, die Tochter war auch zu Besuch. Sogar die Mama von Deborah hat mitgegessen, was man fast als Kompliment auffassen kann, sie isst eigentlich nie mit uns. 😉 Das war sehr amüsant, vor allem das Einkaufen am Markt und in den «Tiendas» auf Instruktion von Deborah.
«Nein, also das Fleisch kaufst du nicht bei Maria, geh zu meinem Bruder, eine Tienda weiter vorne. Und am Markt aufpassen, dass die euch die Kartoffeln nicht zu teuer verkaufen. Nur Quetzal 1.25 pro Pfund, nicht mehr. Ja, Käse, das weiss ich nicht, ob es das gibt, müsst ihr selber schauen…» Den Denkapparat voller Infos gingen wir los und hoffen nun mal, dass wir nicht allzu sehr übers Ohr gehauen wurden… 😉

Letztes Wochenende gab es an vielen Ecken Politversammlungen. Anfang September sind in Guatemala Präsidentschaftswahlen, was natürlich etwas sehr Wichtiges für die Guatemalteken ist. (Ausserhalb der Wahlen interessieren sie sich herzlich wenig für Politik) In den Städten werden die Bürgermeister gewählt. Somit konnte man an jeder Ecke in etwa dasselbe hören (Mehr Sicherheit, mehr Schulen und bessere Ausbildung, mehr Arbeit…) aber jeder weiss hier, dass wenn diese dann an der Macht sind, sowieso etwas Anderes oder nichts tun… 😉 (Ist bei uns ja auch nicht viel anders…) 😉

Wir waren noch am nahegelegenen «Nariz del Indio», sozusagen der Üetliberg von hier. Wir fuhren mit Rafael, hinten im PickUp stehend mit (übliches Fortbewegungsmittel hier), was für uns Europäer natürlich ein Vergnügen ist, denn die Aussicht ist so grandios!

Anschliessend mussten wir noch auf die Nase (Nariz) steigen und hatten so eine fantastische Sicht auf den ganzen Lago Atitlan.Ende Monat gibt es in der ganzen Umgebung Feste, jedes Dorf hat seinen Tag, an dem das Fest stattfindet. Das wird sicher toll werden. Ein paar Stände hat es schon und der Höhepunkt, die Chilbi, wird auch schon aufgebaut. Schon seit Tagen bemalen und hämmern Leute die Metallkonstruktionen zusammen. Aber ich glaube, nicht mal zehn Pferde bringen mich auf diese Bahnen… 🙂

Bis bald wieder mit neuen Infos vom Leben in San Pedro.


Ein paar wenige, neue Bilder hat es auch wieder gegeben.

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4 Comments

  • Reply
    Anonymous
    27. Juni 2007 at 1:27

    UND ich gratuliere Dir ganz herzlich zur Entdeckung der minimierten Berichterstattung! Hier bei uns sind wir im maximalen Stress vor der ultimativen Feier. Mama ist voll am durchdrehen, MANUUUUUU was soll ich tun???? 😉 Ich glaub, ich hol mir n Kastn Pils.

    LG, André

  • Reply
    vagabondage
    28. Juni 2007 at 10:08

    DANKE! Lieber Andre, mein Beileid 🙂
    Ich kann mir sehr guuuut vorstellen wie es zu und hergeht… Ich glaube da kannst Du gar nichts tun – einfach abwarten und am Fest viel trinken 🙂 DURCHHALTEN, so ist es halt mit alten Frauen 🙂
    (Tschuldigung Mam) 🙂

  • Reply
    alenka
    5. Juli 2007 at 3:04

    Ja, ja ihr habt leicht lachen, ich will halt mein Fest zum 50. perfekt es hat ja alles geklappt und alle 60 Personen waren häppy, gruss und Kuss vom ……….MAMI

  • Reply
    Anonymous
    9. Juli 2007 at 10:33

    Ja ihr lieben, macht dieses Abo sodass man auch die alten Bilder ansehen kann. Ich sponsore Euch das.
    Habe ja viel Häuser verkauft und gute kohle gemacht 🙂 Gruss vom ………..MAMI

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