1154 Tage Guatemala Zentralamerika

Das Einleben in San Pedro

>> San Pedro la Laguna, Guatemala
Wie schon erwähnt hatten wir am letzten Donnerstag unseren ersten Tag als Studis. Wir waren ehrlich gesagt schon ein wenig aufgeregt, hatten wir doch gleich mehrere Neuheiten am gleichen Tag. 😉

Um 8 Uhr beginnt der Unterricht. Stellt Euch einen riesigen Garten vor, direkt am See. Verteilt auf die grosse Fläche stehen kleine Hüttchen, ein Strohdach auf vier Stelzen. Darunter sitzen die Studenten mit ihren «Maestros» und versuchen die neuen Vokabeln in den Kopf zu kriegen 😉 In allen Schulen, die wir besichtigt haben, bieten sie nur Privatunterricht an, es gibt keine grosse Klassen. Morgens haben wir Kurs, dann ist frei. Hört sich toll an, aber die vier Stunden Intensivlernen sind recht anstrengend! Man kann sich leider nie hinter jemandem verstecken oder sich vor der Antwort drücken 😉 Aber logischerweise bringt es einem so sehr viel.

Es sind im Moment ungefähr 15 SchülerInnen in der Schule, dies wird sich aber im Juli sicherlich stark ändern, da überall die Sommerferien beginnen. Morgens kann man sich einen Kaffee holen und startet so in guter Form in den Tag. In der Pause kommen meist zwei Einheimische Frauen und verkaufen ihr Bananen- oder Zimmtbrot, oder diverse Kuchen.

Am Donnerstag Mittag, nach der Schule, warteten wir gespannt bis uns jemand abholte, da wir ja bei einer Familie wohnen möchten. Ausser Puste kam Deborah, eine sehr fröhliche und sympathische Einheimische. Sie nahm uns mit und so sahen wir zum ersten Mal wo wir für die nächste Zeit wohnen werden.
San Pedro hat zwei grössere «Strassen» eine die steil vom ersten Bootssteg hinaufgeht und eine zweite vom anderen Steg, wo Boote nach Santiago fahren. Wir haben Glück, dass wir in der Nähe des zweiten Bootsstegs wohnen, hier ist es ein bisschen ruhiger.
Beim ersten Steg hat es viele Bars und Restaurants, die Stände mit verschiedenen Ketten, Armbändern und sonstigem Schmuck stehen für die Touristen bereit.


Deborah wohnt mit ihrem Mann Rafael in einem Häuschen an der steilen Strasse. Wenn man aufs Dach klettert, sieht man den See. Ihre Kinder studieren alle ausserhalb von San Pedro.
Rafael ist morgens Lehrer und nachmittags malt er. Der Eingang des Hauses ist eine kleine Galerie, wo seine Bilder ausgestellt sind. Er ist ein guter und relativ bekannter Maler der zeitgenössischen Mayamalerei wie auch schon sein Vater.

Wir können in einem kleinen, netten Zimmer wohnen (es wohnt auch noch eine andere Studentin mit im Haus) und werden gut von Deborah bekocht. Gleich am Mittag wurden wir in die Technik des Tortilladrehens- und backens eingeführt. Es ist wirklich nicht einfach den Teig in eine flache und schön runde Form zu kriegen. Meistens bleibt der Teig an den Händen kleben, oder der Rand bricht auseinander. Aber in ein paar Wochen werden wir wohl auch das beherrschen 😉

Ansonsten fühlen wir uns inzwischen sehr wohl in San Pedro. Die Leute hier sind unwahrscheinlich freundlich, die Guatemalteken allgemein, aber hier… einfach unglaublich!
Es leben nur etwa 4000 Menschen hier, vorwiegend Indigenas, Nachfahren der Mayas (Tz’utujil). Wenn die Mama von Deborah bei uns ist, sprechen sie untereinander Tzutuhil, was sich in unseren Ohren manchmal wie arabisch anhört.

Am Wochenende ist hier Wasch- und Badetag. Im See stehen sich waschende Frauen und Männer, überall auf den warmen Steinen liegt Wäsche zum Trocknen. Wir mieten oft ein Kayak um die Umgebung auszukundschaften, welche wirklich sehr schön ist. Vorallem weiter weg von den Waschorten ist das Wasser klar und die Plätze sehr sauber. Wir sind froh, dass wir uns für San Pedro entschieden haben, hier und bei Deborah lässt es sich gut etwa drei Wochen aushalten und wir bekommen einen kleinen Einblick in ein guatemaltekisches Leben auch wenn sie die Wäsche nicht im See wäscht, dafür aber von Hand im Steintrog… 😉
Bis bald wieder mit weiteren Neuigkeiten von unserem Studentenleben.

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1 Comment

  • Reply
    Anonymous
    13. Juni 2007 at 2:08

    toller film!
    wie gerne ich jetzt einer dieser tortillas probieren würde….mmmmhhh.

    herzliche grüsse aus baden.
    und lernt fleissig weiter.

    eva

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