1154 Tage Costa Rica Zentralamerika

Cahuita – die vergangenen Tage

>> Cahuita, Costa Rica
Nun bin ich – glaube ich – bereit über Cahuita zu berichten. Zu Beginn war alles zu frisch, mit vielen neuen Eindrücken. Am ersten Tag kam sogar fast sowas wie Langeweile auf! Unvorstellbar. 🙂 Wobei wir dies doch nie auf der langen Schifffahrt verspürt haben, aber hier, wo man tausend Dinge tun kann schon. Ja da merkt man, dass der Mensch gar nicht viel braucht, nicht wahr?
Inzwischen fühlen wir uns hier recht wohl. Man begrüsst sich auf der Strasse, schwatzt mit Ingrid, welche tolle Säfte zaubert, weiss, dass um 18 Uhr der kleine Junge am Ende der Strasse von der Mutter mit scharfen Worten nach Hause gerufen wird… das Leben halt! 🙂 Anfänglich gleitet einem das Geld nur so aus den Fingern, bis man mal mit der Währung umgehen kann. Man schleppt Bündelweise Geld umher (1 Dollar gleich 500 Collones) und weiss irgendwie nicht wieviel und was man dafür bekommt. Man muss sich einfach zuerst an das Vagabundenleben gewöhnen. 🙂Wir wohnen beim Schauspieler Samuel L. Jackson. Nein, natürlich nicht, aber sieht ihm wahnsinnig ähnlich! Ein sehr netter, wir dürfen auch seine Küche mitbenützen. Am Mittwoch haben wir – sehr rudimentär – unser erstes Essen hier zubereitet. Schliesslich können wir ja nicht immer ins Restaurant gehen… und im Nachhinein ist man ungemein stolz, was man alles aus einer Pfanne gezaubert hat. Da lässt sich so manches russische Essen in den Schatten stellen 🙂
Samuel hat ein paar Zimmer, von welchen aus man in einen wunderschönen Garten sieht. Mit tollen Blumen, welche man bei uns in Europa für teures Geld im Blumenladen kaufen kann. Hier wachsen sie in rauhen Mengen und mutieren zu gigantischen Büschen und Bäumen.Das kleine Cahuita, in welchem anscheinend über 4000 Nasen leben (kann ich mir aber nicht ganz vorstellen…) tut seinen Dienst als Auftankstation ganz gut.
In den vergangenen Tagen kundschafteten wir per Bus weiter den Süden aus und kamen auch an anderen Dörfern vorbei, welche aber grausam von Touris überlaufen sind. Eine Lodge reiht sich an die andere, eine biertrinkende und herumgrölende Spezies macht dort Ferien, kein Tico wohnt selber in der Gegend, er geht dort höchstens arbeiten.
Nicht so in Cahuita, wir haben hier einen guten Griff gemacht. Hier leben die Leute, es gibt eine Schule für die Kleinen. Klar, wir denken, dass wir die Nebensaison erwischt haben, aber man fühlt sich hier auf alle Fälle besser.

Ein paar Mal genossen wir den schönen Strand, oder wir waren, wie schon gesagt, im Nationalpark hier. Gestern waren wir in Manzanillo, fast schon an der Grenze zu Panama, um dort auch einen Park zu bewandern.
Zürst dachten wir, na gut, er beginnt wieder ganz gemütlich am Strand, das gleiche war schon in Cahuita so. Aber nach ein paar hundert Metern, änderte sich alles schlagartig. Wir waren von dichtem tropischen Wald umgeben und hatten Mühe, den Weg zu finden. Man konnte einen kleinen Weg entdecken, welcher sich aber schnell in mehrere Teile zerlegte und wir dann halt einfach auf gut Glück umherwanderten. Als Orientierung hatten wir immer das Meer auf einer Seite, welches man entweder sah, oder sich mit den rauschenden Wellen bemerkbar machte. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze machen es einem schwer vorwärts zu kommen. Wir sind weder Spitzensportler (würdet Ihr uns soweiso nicht glauben…) und mit einer Machete bewaffnet zu sein ist auch nicht unser Ding. Wir kraxelten an dicken Wurzeln empor und wateten in Pfützen, bis der Pfad so klein wurde, dass wir aufhören mussten. Es war toll von soviel Grün umgeben zu sein, aber für unseren Geschmack war es definitiv «zu gäch» 🙂
Dann kam noch dazu, dass man sich so stark auf den Weg konzentriert, um nicht entweder auf eine Schlange zu treten, oder das Gesicht von einem Riesenspinnennetz befreien zu müssen, dass man gar keine Tiere sieht.

Klar, werden nun ein paar denken, warum haben die keinen Guide, oder eine geführte Tour gehabt?
Jedesmal, sei es noch so ein kleiner Park, mit einem Guide unterwegs zu sein, können und wollen wir nicht. Sonst kommen wir in 2 Monaten schon wieder nach Hause.
Im Manzanillo-Park haben wir eine Gruppe gesehen, das waren gut 10 Personen, welche in einem Affentempo durch den Wald raste. Das wollen wir auch nicht! Ich weiss nicht, ob uns überhaupt jemand versteht (wir verstehen es ja auch noch nicht richtig…), aber wir suchen doch einfach die Natur, wo man ohne Machete durchlaufen, -wandern oder -kraxeln kann, und man auch Tiere ohne einen Guide sieht. Sowas wird es doch wohl geben! 🙂

Auf der Retourfahrt waren wir ein bisschen verwirrt, was wir nun in Zukunft tun wollen, sprich wohin wir gehen sollen. Eigentlich war der Tortuguero Nationalpark im Norden vorgesehen, aber dazu haben wir im Moment keine Lust mehr. Wir sind auf der Suche nach einem Mix zwischen Machete und dem perfekt präparierten Weg, ohne Guide und mit weniger Leuten und vorallem ohne diese Lodges. Wir hoffen dies zu finden. Darum haben wir vorerst beschlossen, erst am Montag hier abzufahren, denn im Moment wissen wir echt nicht in welche Richtung es uns verschlagen wird. Aber wir wolen ja nicht klagen, das Schöne daran ist, dass wir ja Zeit haben und wir dann schon einen Weg finden werden.

Heute regnet es zum ersten Mal. Nicht nur ein bisschen in der Nacht, sondern so richtig, schon den ganzen Vormittag lang. Es tut gut. Eine richtige Erfrischung. Strom und Wasser hatten wir heute Morgen auch keinen mehr.

So haben wir nun richtig Zeit uns der Weiterreise zu widmen, das Prasseln des Regens erfrischt sicher unsere Gemüter und bringt neue Ideen. Wir lassen es Euch wissen. Bis bald wieder!

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