1154 Tage Mexiko Zentralamerika

Aye aye Tequilaaa…

Agavenfelder...

>> Tequila, Mexiko
Der erste Versuch Tequila (dieser Ort heisst wirklich so) zu besuchen schlug fehl. Unser Wille war gross, doch der Buschauffeur kannte sich wohl nicht so gut in der Stadt aus.

Als wir den normalen Stadtbus nahmen, um zum ausserhalb gelegenen Busterminal zu gelangen, konnte der Chauffeur in einer Strasse nicht wie gewollt geradeaus fahren. Die Strasse war wohl aus Baustellentechnischen Gründen gesperrt.
Da es eigentlich nicht so schwierig sein sollte, sich bei den geraden horizontal und vertikal verlaufenden Strassen zurechtzufinden, bemerkte anfänglich auch niemand, dass wir «falsch» sind. Anstelle die Fahrbahn zu umfahren, kurvte der Busfahrer gemächlich irgendwo im Quartier herum. Er hatte sich verfahren und kannte sich nicht mehr aus! 😉
Zum Verdruss der anderen Mitfahrer liess er sich auch überhaupt nicht helfen und fuhr trotzig seinen «Weg». Wir fuhren Ewigkeiten im Kreis, im Gegenverkehr durch Einbahnstrassen, aber all dies kümmerte unseren Fahrer wenig.
Wir fanden es amüsant. Die anderen eher nicht so. Verständlich, wenn man zur Arbeit muss oder einen Bus erwischen sollte.


Irgendwann, sicherlich 1 1/2 Stunden später, trafen auch wir am Busterminal ein. Leider ein bisschen zu spät um zu dieser Zeit nochmals fast zwei Stunden nach Tequila zu fahren…

Macht nichts, geben wir dem Ort halt am nächsten Tag eine Chance 😉

Gesagt getan. Diesmal funktionierte mit der Stadtrundfahrt auch alles ganz gut. Im Bus nach Tequila sitzend, erwarteten wir Agavenfelder. Natur halt. Aber die liess ziemlich lange auf sich warten. Guadalajara ist gross und die Agglomeration irgendwie noch riesiger. Aber kurz vor Tequila kamen sie dann. Endlich. Felder mit Agaven, soweit das Auge reicht. Junge, kleine Agaven, bis zu den pfundigen, gross gewachsenen Pflanzen.

Tequila selber ist eine nette, kleine und heisse Stadt. Beim Tequilahersteller «Jose Cuervo» kamen wir in den Genuss eine Distillerie zu besuchen.
Nachdem die Agaven 7–10 Jahre auf den Feldern gewachsen sind, können sie geerntet werden. Von den 400 verschiedenen Agavensorten werden nur die blauen Agaven für die Tequilaproduktion gebraucht und auch nur diese, die hier in der Region Jalisco und den angrenzenden Gebieten wachsen.
Das heisst, die «Piña», welche Medizinballgross und grösser sein kann, wird von den stacheligen Blättern mittels einer Art Schaufelmesser befreit. Die «Piña» ist das Herz der Agave und wächst oberhalb der Erdoberfläche. Ein Agavenherz wiegt im Schnitt 50 Kilogramm, es kann aber auch vorkommen, dass ein Herzstück bis zu 150 Kilo wiegt. (Was das wohl für Dünger ist…)
Aus 7 Kilo Agave gewinnt man einen Liter Tequila. Bei einer täglichen Lieferung von 200 Tonnen Rohmaterial, kann man sich ausrechnen wie viel Tequila da zubereitet wird. 60% dieser Spirituose trinken die Mexikaner selber… 😉

Das Agavenherz wir in Öfen nur mit Dampf gegart. Die gedämpfte Agave schmeckt wie gekochte Birne und ist ganz braun. Danach wird das Material wie bei allen alkoholischen Getränken fermentiert und ruht je nach dem in Holzfässern. «Pulque» war der Vorreiter des Tequila und wurde dann von den Spanischen Eroberern verfeinert (auch weil sie etwas Stärkeres zu trinken wollten) und der Tequila entstand.

Der weisse Tequila hatte nie das Vergnügen mit einem Fass in Kontakt zu kommen, der «Reposado» und «Añejo» hingegen wird ein bis mehrere Jahre in einem verwahrt. Es ist beinahe eine Tequilawissenschaft, die man da betreiben kann. Schlussendlich aber war es interessant, verschiedene Branntweine zu probieren und zu vergleichen.

Ich kam aber zum Schluss, dass das Feuerwasser doch am Besten im Margarita schmeckt… 😉


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