1154 Tage Costa Rica Frachtschiff Zentralamerika

Angekommen!

>> Cahuita, Costa Rica
Ein letztes Mal sahen wir den Lotsen an Bord kommen, ein letztes Mal die Ankunft in einem Hafen. Ein bisschen nostalgisch war uns schon zumute und gleichzeitig sind wir froh, nun was Neues zu sehen.

Pünktlich am 20. April kamen wir im Hafen von Moin, Costa Rica an. Obwohl wir nach einer Weile den Immigrationsstempel schon im Pass hatten, durften wir nicht von Bord gehen. Irgendeine Papiergeschichte. Und jedes Mal dauert dies anscheinend Stunden. So natürlich auch bei uns. Obwohl wir schon nach dem Frühstück geankert haben, mussten wir bis etwa 15 Uhr warten um endlich Costaricanisches Land unter unseren Füssen spüren zu können.
Wir fuhren in das eigenartige, heruntergekommene Puerto Limón, nur ein paar Kilometer von Moin entfernt, wo passenderweise ein paar Geier über die Strasse hüpfen…
Denn am nächsten Tag wollten wir hier den Bus in den Süden nehmen, um in das eine Stunde entfernte Cahuita zu gelangen. Doch am Abend hatten wir noch mit Anatol unserem Motormann in einer Seemannsbar in Moin abgemacht…

Unser Treffen in der eigentlich ganz sympathischen Bar hat geklappt und ich weiss jetzt etwas: man sollte nie mit einem Russen trinken gehen, das hält man nämlich selber gar nicht aus 😉 Anatol wollte unbedingt noch in die andere Bar gehen zu «Mama-San», wo auch noch andere Crewmitglieder der Segovia waren, die staunten natürlich nicht schlecht, als wir auch noch dort auftauchten. Die Asiatin «Mama-San» entpuppte sich als eine äusserst nette Dame, welche eine Bar für einsame Seemänner führte… Sowas verrücktes! Auf allen Wänden waren, hauptsächlich auf russisch, Sprüche gekritzelt, diverse Fahnen von irgendwelchen Schiffen, Rettungsringe und sonstige Erinnerungsstücke hangen an den Wänden von Seeleuten, welche hier ein paar gemütliche Stunden hatten. «Mama-San» zeigte uns Fotos von ihren Kindern, die in Paris wohnen, während Mädchen um die Männer tänzelten… Ein herrliches Spektakel, diese Frachtschiffarbeiter mal «privat» zu erleben. Vorallem war es für uns nicht so ein abrupter Schluss und wir konnten noch ein bisschen ins Seemannsleben eintauchen 😉

Trotz den zu vielen Bieren intus, fanden wir dann auch wieder unser Zimmer in Limón, wo wir aber noch einen Tico (die Costaricaner nennen sich so) kennenlernten, welcher irgendwie Führer in einem Nationalpark sei, schlussendlich aber einfach noch Abnehmer für seine «Nebengeschäftli» suchte… 😉

Ich glaube für uns war das ganze ein bisschen zu viel aufs Mal. Wir wurden wieder mit der Zivilisation konfrontiert, waren aber eigentlich noch gar nicht bereit dazu 😉 darum waren wir froh, am nächsten Tag den überfüllten Bus nehmen zu können, welcher uns an üppigem Grün vorbei, nach Cahuita brachte.
Es ist ein winziges Dorf, mit zwei staubigen Strassen, ein bisschen touristisch, aber nicht schlimm. Cahuita ist der am stärksten afrikanisch geprägte Ort an der Karibikküste, die Stimmung ist sehr ausgelassen, es herrscht ein buntes Treiben auf den Strassen und man hört von überall her Reggaeklänge. Hier werden wir ein Weilchen bleiben um uns anzuklimatisieren, vor allem auch wegen der Hitze, die hier wirklich unbarmherzig ist. (Und mir kann es sonst nie genug heiss sein…) Und um die Nationalpärke auszukundschaften hier in der Umgebung. Es ist unglaublich, hier wimmelt es nur so von Tieren! Der Eingang des Parks, nur ein paar Schritte von unserem Zimmer entfernt, mit einem wunderbaren Strand, ist voller Brüllaffen, Faultieren und Vögeln. Einfach so «vor der Haustüre» ohne gross suchen zu müssen. Wahnsinnig! In diesem Sinne, bis bald mit anderen Neuigkeiten, schwitzige Grüsse an Euch!

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