1154 Tage Dies und Das

365 Tage unterwegs und (noch) kein bisschen müde…

Es hat viel Nervosität gekostet den Schritt zu wagen, dabei sind es grob gesehen zwei Dinge, die man tun muss: Job und Wohnung künden. Die Sicherheit aufgeben. Zwei Gespräche zu denen man sich überwinden muss, um obdachlose Vagabunden zu werden – ein Entscheid, den wir bis jetzt ganz und gar nicht bereut haben. Im Gegenteil: es besteht absolute Suchtgefahr!Heute vor einem Jahr waren wir dann wieder super nervös. Hatten einen Marathonlauf auf Ämter hinter uns, die letzte Arbeitstage, Wohnung putzen und abgeben, Abschiedsfest. Die Abfahrt. Das alles liegt nun weit hinter uns und doch fühlt es sich an, als seien wir doch erst gerade gegangen…
Wir sind selber erstaunt wie schnell dieses Jahr doch vorüber gegangen ist, aber nicht so wie zu Hause, wo man das gefühlt hat, die Zeit renne einem davon. Es war ein ausgefülltes, spannendes und glückliches Jahr.
Ein Leben aus dem Rucksack, einfache Unterkünfte, kalte Duschen, Wäsche von Hand waschen – Reisealltag – das macht uns glücklich und frei.


Irgendwie sind wir ja wie Schnecken (auch vom Tempo), unser Haus auch auf dem Rücken. Ein paar T-Shirts und eine Hose müssen genügen. Der Kleiderfundus zu Hause macht einem jeden morgen sowieso nur konfus. Auf einer Reise ist das «Kleider machen Leute» Nebensache. Hier muss man einfach sich selbst sein, zwar aufgeweckter, findiger als sonst, weil vieles fremd ist. Aber man lernt. Die Sinne sind schärfer denn je.
Wir sind in diesem Jahr durch 9 Länder gereist, 7 davon haben wir intensiv besucht, haben in 105 verschiedenen Betten geschlafen (an die verschiedenen Toiletten will ich nun gar nicht denken…), 5167 Fotos geschossen und ich weiss nicht wieviel Kilometer zurückgelegt. Ein paar Infos für Statistikfreaks 😉

Unsere Transportmittel gingen von Frachtschiff, Fähre, Boot, Kutter, Kanu, grosse und kleine Busse in diversen Arten und Zuständen, PickUps, Privatautos von netten Menschen, die uns mitgenommen haben, über Tuc-Tuc’s, Taxi, Velo, schlussendlich auch ein kleines Flugzeug und natürlich die eigenen Füsse. Wahrscheinlich habe ich noch einige vergessen?

Wir durften unvergessliche, wunderschöne Orte besuchen, haben einmalige Menschen kennengelernt, haben aber auch Leid und Armut mitangesehen. Es gab auch «schlechte» und sehr anstrengende Tage, aber hauptsächlich lief alles sehr gut. Wir sind bis jetzt noch nicht gravierend krank geworden und unsere Magenflora ist inzwischen auch lateinamerikanisch.

Wir haben uns sehr gut in unser Vagabundenleben eingelebt, dass wir uns das alte Leben fast nicht mehr vorstellen können 😉
Unsere «Probleme» sind nun: wo schlafe ich heute, ich muss noch was essen, wo und wann fährt welcher Bus… Dafür macht man sich mehr Gedanken über die Menschen und ihr Umfeld, die Konsequenzen daraus, die Armut und natürlich sich selber. Und im stundenlangen Busfahren hat man viel Zeit über alles Mögliche nachzugrübeln…
Den Luxus Zeit geniessen wir sehr. Die haben wir nun im Übermass und dürfen uns auch einfach mal langweilen. Alles ist möglich. Vielleicht kommt uns auch darum dieses Jahr nicht wie ein ganzes vor?

Oft werden wir gefragt, wann wir denn nun nach Hause kommen. Es ist schön zu spüren, dass wir fehlen, aber diese Frage können wir selber nicht beantworten! Unser Geldbeutel lässt uns noch ein bisschen länger reisen und wenn der leer ist, schauen wir weiter.
Was wir denn «danach» machen ist auch eine beliebte Frage. Da wir nicht einmal wissen wo wir nächste Woche sein werden, können und wollen wir dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Kommt Zeit kommt Rat oder so. Wir geniessen einfach den Moment und das kommende Jahr ;-)…

Und da mir Texte schreiben noch nicht verleidet ist, werden wir Euch auf alle Fälle auch im neuen Jahr per Blog auf dem Laufenden halten. Und ohne «fötele» können wir sowieso nicht sein… 😉

Wir hoffen, dass Ihr uns auch weiterhin fleissig mitverfolgt.

Liebste Grüsse wenn auch aus der Ferne, in Gedanken sind wir bei Euch…
Manu & JC

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